Kurzanleitung zur Visualisierung

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Patrul Rinpoche

Verdienstfeld des Longchen Nyingtik

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Kurze Anleitung für die Stufen der Visualisation der Longchen Nyingtik Ngöndro

von Patrul Rinpoche

Namo Samantabhadraye!

Als Tibet in die Dunkelheit der fünf Arten des Niedergangs gehüllt war,[1]
hast du mit dem Gefährt deines großen und unermesslichen Bodhichitta[2]
die Sonnenstrahlen der Lehren des geheimen Mantra gebracht.
Orgyen, König des Dharma, ich denke beständig an dich!

Die erleuchtete Vision des Vajra-Fahrzeugs der alten Übersetzungen,
verdichtet in ihre Quintessenz, gleich einem Tropfen des Lebensblutes der Ḍākinīs;
ein Schatz, entstehend als spontaner Ausdruck der Wirklichkeit selbst – oh Guru, Herr des Dharma, der du uns diese Lehren gebracht hast, beschütze mich!

In einem einzigen Gefäß hast du das Lebenselixier der großen und geheimen Lehren gesammelt,
aus der unermesslichen, tiefgründigen Verwirklichung des Vidya- dhara-Guru[3], der die sechs [Linien] [4] aufrechterhält,
und damit hast du deine begünstigten Schüler zufrieden gestellt, indem du sie zur Reife und Befreiung führtest –
oh gütiger und wohltätiger Meister, auf dich verlasse ich mich, bis ich Erleuchtung erlange!

Nachdem ich mit diesem Vers der Ehrerbietung begonnen habe, werde ich nun in einem Stück die Stufen der Visualisation für die gewöhnlichen äußeren und inneren Unterweisungen des Longchen Nyingtik darlegen.

Zufluchtnahme

Wenn du Zuflucht nimmst, stell dir vor, dass der Ort, an dem du sitzt, aus verschiedenen kostbaren Substanzen besteht: ein Buddha-Bereich, wunderschön und dem Geist gefällig, ohne jegliche Unebenheiten und glatt wie die Oberfläche eines Spiegels.[5] In seiner Mitte, vor dir, steht ein Wunsch erfüllender Baum mit fünf Hauptästen: Seine Blätter, Blüten und Früchte erfüllen den gesamten Raum in jeder Richtung.

Ein klein wenig über dem mittleren Ast, auf einem von acht großen Löwen getragenen Juwelenthron, auf Sitzen aus Lotus, Sonne und Mond, weilt die unvergleichliche Schatzkammer des Mitgefühls, der alle Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verkörpert – der eigene glorreiche Wurzel-Lama. Er erscheint in der Gestalt von Orgyen Dorje Chang („der große Vajradhara von Oḍḍiyāna“), sein Antlitz ist weiß mit einem Hauch von Rot.[6] Er hat ein Gesicht und zwei Hände und sitzt in der Haltung königlicher Gelassenheit. In der rechten Hand hält er einen goldenen, fünfspeichigen Vajra in der Geste des Drohens. In der linken Hand, die in der Geste des Gleichmuts ruht, befindet sich eine mit Nektar überquellende Schädelschale und darin die Vase der Unsterblichkeit, ebenfalls mit dem Nektar unsterblicher Weisheit angefüllt und oben mit einem Wunsch erfüllenden Baum geschmückt. Er ist in untrennbarer Umarmung mit der Gefährtin Yeshe Tsogyal vereint, die weiß ist und ein Messer und eine Schädelschale hält. Sein Körper ist mit einem Seidenumhang, mit Mönchsroben und Mantel bekleidet. Auf dem Kopf trägt er einen Lotushut.

Auf dem Ast vor ihm ist Buddha Śākyamuni, umgeben von den tausend Buddhas dieses Glücklichen Zeitalters. Ihre Körper sind von weißer, gelber, roter, grüner und blauer Farbe; sie alle sind in der höchsten Nirmanakāya-Form und tragen Mönchsroben. Sie sind geschmückt mit den zweiunddreißig Haupt- und achtzig Nebenmerkmalen, wie z.B. der Schädelkranzerhebung, Rädern an ihren Füßen etc. Sie alle sitzen mit gekreuzten Beinen in der „Vajra-Haltung“.

Auf dem Ast zur Rechten[7] befinden sich die Bodhisattvas: die acht großen nahen Söhne,[8] umgeben von der Sangha der edlen Bodhisattvas. Als Zeichen ihrer unermüdlichen und ständigen Bemühungen, den Wesen zu nützen, stehen sie alle in der Haltung des Gleichmuts. Sie sind geschmückt mit den dreizehn Ornamenten des vollkommenen Sambhogakāya. Auf dem Ast zur Linken befinden sich die zwei höchsten Śrāvakas,[9] umgeben von der edlen Gemeinschaft der Śrāvakas und Pratyekabuddhas, die Mönchsroben tragen.

Auf dem hinteren Ast, eingehüllt in ein Geflecht aus Regenbogenlicht, ist das Juwel des Dharma in Form von Bücherstapeln: Vokale und Konsonanten erzeugen ihren eigenen Klang. Obenauf sind die sechs Millionen vierhunderttausend Tantras des Dzogpachenpo.

Über Guru Rinpoches Kopf sind alle Meister der Dzogchen-Linie, vom Dharmakāya Samantabhadra bis hin zu deinem eigenen gütigen Wurzel-Lama. Sie sitzen einer über dem anderen, der Thron des vorhergehenden Meisters ein klein wenig über dem Kopf des nachfolgenden.

Guru Rinpoche ist umgeben von den Wurzel- und Linienmeistern über ihm, der Versammlung der Yidam-Gottheiten im zentralen Abschnitt und den Mamos und Ḍākinīs unter ihm. Dazwischen sind all die Dharma-Schützer sowohl der Weisheit als auch der Aktivität. Stell dir vor, dass alle männlichen nach außen gewandt sind und alle Hindernisse oder Behinderungen für das Dharma oder das Erlangen der Erleuchtung abwehren und jegliche Hindernisse von außen daran hindern einzudringen. Die weiblichen Dharma-Schützer dagegen sind alle nach innen gewandt, schlagen jegliche Hindernisse und Behinderungen für das Dharma oder das Erlangen der Erleuchtung zurück und verhindern das Entschwinden der Errungenschaften.

Zu deiner Rechten und Linken sitzen dein Vater und deine Mutter aus diesem gegenwärtigen Leben. Vor dir sind alle fühlenden Wesen der sechs Bereiche und der drei Welten, angeführt von deinen bittersten Feinden und den behindernden Kräften, die dir Schaden zufügen. Zusammen bilden sie eine gewaltige Versammlung, die die ganze Erdober äche bedeckt.

Als physische Respektsbezeugung führt ihr alle Niederwerfungen aus. Um mit eurer Sprache Respekt zu zeigen, rezitiert ihr die Verse der Zufluchtnahme. Und mit einem Geist voller Respekt fasst ihr den folgenden Entschluss, erfüllt von brennender Sehnsucht und vollständigem, von Herzen kommendem Vertrauen:

„Ob meine Situation erhebend oder erniedrigend ist, in Glück oder Leid, in guten wie in schlechten Zeiten, von diesem Tage an werde ich weder meinen Vater fragen, noch meiner Mutter Rat suchen. Noch werde ich selbst entscheiden. Stattdessen werde ich auf euch vertrauen, die wahren Objekte der Zuflucht, die drei Juwelen. Euch werde ich Opfergaben darbringen. Ihr werdet die einzigen Objekte meiner Praxis sein.”

Rezitiere den Zufluchtsvers „KÖN CHOK SUM NGÖ... („In die drei Juwelen und ihre Essenz...“) und dann, am Ende der Sitzung, stell dir vor, dass als Ergebnis deiner Hingabe an die Zufluchtsversammlung unzählige Lichtstrahlen – weiße, gelbe, rote, grüne und blaue – von den verschiedenen Gottheiten ausströmen. Wenn sie dich und alle fühlenden Wesen berühren, werden euer Karma, aufwühlende Emotionen, gewohnheitsmäßige Tendenzen, Negativität und Verdunklungen, die seit anfangsloser Zeit angesammelt wurden, vollständig gereinigt – so wie das Licht der aufgehenden Sonne, das in eine Höhle fällt, die Dunkelheit darin vertreibt. Augenblicklich fliegen du und all die anderen Wesen mit einem schwirrenden Ton auf, so wie ein Vogelschwarm, der von einem geschleuderten Stein aufgescheucht wird, und lösen sich in die Versammlung der Zufluchtsgottheiten auf.

Dann löst sich die Zuflucht nach und nach in Licht auf. Vorne lösen sich alle Buddhas in Śākyamuni auf. Rechts lösen sich alle Bodhisattvas in Avalokiteśvara auf. Links löst sich die edle Sangha von Śrāvakas und Pratyekabuddhas in Śāriputra auf. Sie alle lösen sich in das Dharma dahinter auf, und dann löst sich das gesamte Juwel des Dharma in Guru Rinpoche auf. Auch alle ihn umgebenden Meister, Yidams, Dharma-Schützer und Wächter lösen sich in Guru Rinpoche auf, der sich dann langsam auch in Licht auflöst und verschwindet.

Ruhe für eine kurze Weile in einem Zustand frei von konzeptuellen Bezugspunkten. Wenn du dich dann aus dieser Meditation erhebst, erkenne alle Erscheinung und Existenz als die Gestalt der Zufluchtsgottheiten und widme das Verdienst.

Das Erwecken von Bodhichitta

Wenn du Bodhichitta erweckst, folgt die Auflösung der Zufluchtsgottheiten der gleichen Abfolge wie zuvor, aber hier löst sich Guru Rinpoche in dich hinein auf und du stellst dir vor, dass das absolute Bodhichitta, das im Geist der Zufluchtsobjekte gegenwärtig ist, klar und deutlich in deinem eigenen Geist entsteht.

Vajrasattva-Reinigung

All die besonderen Erfahrungen und Verwirklichungen des tiefgründigen Pfades werden durch deine schädlichen Handlungen, Verdunklungen und Gewohnheitsmuster am Entstehen gehindert. Es gibt keine tiefgründigere Reinigungsmethode als die Meditation und Rezitation des Lama Vajrasattva. Dies wird wie folgt praktiziert.

Stell dir vor, du bleibst in deiner gewöhnlichen Form. Eine Pfeillänge über deinem Kopf, auf einem Lotus- und einem Mondscheibensitz, ist eine strahlend weiße Silbe HŪṂ, die in der Essenz zu deinem glorreichen Wurzelmeister wird, dieser unvergleichlichen Schatzkammer des Mitgefühls, der alle Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft verkörpert. Er ist in der Form des Sambhogakāya-Buddha Vajrasattva, weiß und hell leuchtend wie ein Schneegipfel, der von hunderttausend Sonnen bestrahlt wird. Er hat ein Gesicht und zwei Arme. In der rechten Hand hält er einen fünfspeichigen Vajra von Gewahrsein und Leerheit vor seinem Herzen. In der linken Hand hält er die Glocke von Erscheinung und Leerheit, die auf seiner linken Hüfte ruht. Seine zwei Beine sind in der Vajra-Haltung gekreuzt und er umarmt seine Gefährtin, die weiße Vajragarvā (tib. Dorje Nyemma),[10] in untrennbarer Vereinigung. Ihre Körper sind nicht wie die gewöhnlicher Wesen, sondern rein und aus Licht bestehend.

Im Herzen von Vajrasattva, auf einer Vollmondscheibe, steht eine weiße Silbe HŪṂ, so fein als wäre sie mit einem einzelnen Haar gezeichnet. Das HŪṂ wird im Uhrzeigersinn von einer Silbenreihe umkreist, die das Hundert-Silben-Mantra ergibt. Die Silben gleichen den Hörnern einer Viehherde (d.h. dicht an dicht, ohne sich jedoch zu berühren). Während du das Hundert-Silben-Mantra rezitierst und dabei darauf achtest, dass die vier Kräfte vollständig sind, stell dir vor, dass der weiße Bodhichitta-Nektar von jeder Silbe der Mantra-Girlande herabtropft.

Der Nektar fließt durch den Körper von Vajrasattva und tritt am Punkt der Vereinigung mit der Gefährtin aus, und indem er durch die „Brahma-Öffnung“ auf dem Scheitel deines Kopfes eintritt, reinigt er das gesamte Innere deines Körpers. Alles Unreine strömt aus deinem Körper durch die beiden unteren Öffnungen, die Fußsohlen und alle Poren deiner Haut heraus. All deine körperlichen Krankheiten werden in Form von verdorbenem Blut und Eiter ausgeschieden; alle negativen Kräfte werden in Form von Fischen, Schlangen, Fröschen, Kaulquappen, Spinnen, Skorpionen und Ameisen ausgeschwemmt; und all deine Negativität wird als Rauch, schwarze Flüssigkeit, Wolken und Dünste ausgetrieben.

Die goldene Erde unter dir öffnet sich und König Yama, der Herr des Todes, kommt zum Vorschein, umgeben von allen männlichen und weiblichen Wesen, bei denen du karmische Schulden hast, und jenen, die dir aus Rache nach dem Leben trachten. Während du das Hundert-Silben-Mantra rezitierst, strömen die Unreinheiten in ihre offenen Münder hinab und in ihre Hände und Arme, die sie dir erwartungsvoll entgegenstrecken.

Am Ende stell dir vor, dass der Tod und alle anderen unter der Erde – alle karmischen Gläubiger und alle, die dir aus Rache nach dem Leben trachten – vollständig befriedigt sind. Alte Rechnungen sind beglichen, Schulden wurden zurückgezahlt, Rachegelüste wurden befriedet; und du bist von all deinen vergangenen negativen Handlungen und Verdunklungen gereinigt. Yama schließt Mund und Hände und lässt seine Arme sinken. Die Erde schließt sich wieder.

Stell dir vor, dass dein Körper jetzt innen und außen durchsichtig wird wie eine makellose Kristallvase. Auf dem Scheitel deines Kopfes ist das Chakra der großen Glückseligkeit mit seinen zweiunddreißig strahlenförmigen, abwärts gewölbten Kanälen. In deiner Kehle beendet sich das Chakra der Freude mit seinen sechzehn strahlenförmigen, aufwärts gewölbten Kanälen. Auf der Höhe deines Herzens ist das Dharma-Chakra mit seinen acht strahlenförmigen, abwärts gewölbten Kanälen. Auf der Höhe deines Nabels ist das Chakra der Manifestation mit seinen vierundsechzig strahlenförmigen, aufwärts gewölbten Kanälen.

Der leuchtend weiße Bodhichitta-Nektar erfüllt diese vier Chakren, und du empfängst die vier Ermächtigungen (Vasen-, geheime, Weisheits- und Kostbare-Wort-Ermächtigung); du bist von den vier Verdunklungen gereinigt (von karmischen, emotionalen, kognitiven Verdunklungen sowie Verdunklungen durch gewohnheitsmäßige Tendenzen); und du verwirklichst die vier Kāyas (Nirmāṇakāya, Sambhogakāya, Dharmakāya und Svābhāvikakāya)). Lama Vajrasattva ist erfreut, er lächelt dir zu und sagt:

Sohn/Tochter aus erleuchteter Familie, deine negativen Handlungen, Verdunklungen, Verletzungen und Brüche des Samaya sind alle gereinigt. Auf diese Weise gibt er seine Zustimmung, schmilzt zu Licht, so wie Butter, die auf einen heißen Stein gelegt wird, und löst sich dann in dich hinein auf.

Nun erscheinst du selbst in der Form von Vajrasattva, genau so wie du ihn zuvor visualisiert hast. In deinem Herzen ist eine Mondscheibe, so klein wie ein flachgedrücktes Senfkorn. In deren Mitte steht ein blaues HŪṂ. Vor dem HŪṂ ist eine weiße Silbe OM, rechts davon das Wort VAJRA in gelb, dahinter ist ein rotes SA und zu seiner Linken ein grünes TVA.

Während du das Mantra (OM VAJRA SATTVA HŪṂ) rezitierst, treten unzählige Strahlen farbigen Lichts aus den Silben hervor und bringen Opfergaben dar, die alle Buddhas und Bodhisattvas der zehn Richtungen erfreuen. Der Segen ihres Körpers, ihrer Sprache und ihres Geistes strömt zurück in Form von Licht und Lichtstrahlen, die sich in dich hinein auflösen, wodurch du alle höchsten und gewöhnlichen Errungenschaften (Siddhis) erlangst. Dies schafft die sich gegenseitig bedingenden Voraussetzungen, um für dich selbst durch die Verwirklichung des Dharmakāya von Nutzen zu sein.

Dann stell dir vor, dass die Lichtstrahlen alle fühlenden Wesen in den sechs Bereichen der drei Welten berühren und ihr Karma, ihre störenden Emotionen, Gewohnheitsmuster, Negativität und Verdunklungen reinigen. Die gesamte äußere Welt wird zum Buddhafeld von Abhirati („manifeste Freude“), und alle Wesen darin verwandeln sich in weiße, gelbe, rote, grüne und blaue Vajrasattvas, die alle das Mantra „OM VAJRA SATTVA HŪṂ“ rezitieren, mit einem gewaltigen summenden Klang. Dies schafft die sich gegenseitig bedingenden Voraussetzungen, um für andere durch das Erlangen des Rupakāya von Nutzen zu sein. So wie es heißt:

Wenn du den Nutzen für dich und andere durch das Aussenden und Zurückfließen [von Licht] verwirklichst, werden kognitive Verdunklungen gereinigt.

Am Ende der Sitzung stell dir vor, dass das ganze Universum – der reine Bereich manifester Freude – sich in die darin befindlichen Wesen, die Vajrasattvas, auflöst. Dann lösen sich alle diese Vajrasattvas in dich hinein auf, den zentralen Vajrasattva. Nach und nach löst du dich ebenfalls von außen nach innen in Licht auf und verschmilzt mit dem OM in deinem Herzen. Das OM löst sich dann auf in das VAJRA, das VAJRA in das SA, das SA in das TVA, das TVA in das shabkyu des HŪṂ, das shabkyu in das A-chung und das A-chung in den Körper von HA. Der Körper löst sich dann in den Kopf auf, der Kopf in die Sichel, die Sichel in den bindu und der bindu in den nada. Schließlich löst sich auch der nada auf und du verweilst für kurze Zeit in einem Zustand, frei von konzeptuellen Bezugspunkten.

Wenn du dich aus diesem Zustand erhebst, erkenne das ganze äußere Universum und alle Wesen darin als die Umgebung und die Bewohner des reinen Bereiches manifester Freude und widme das Verdienst.

Das Ansammeln der Akkumulationen

1. Mandala-Opfer

Beginne damit, die fünf Anhäufungen des Vollendungs-Mandala anzuordnen. Im Zentrum ist eine Anhäufung, die Buddha Vairochana verkörpert, umgeben von den Gottheiten der Buddha-Familie. Im Osten ist eine Anhäufung für Buddha Vajrasattva[11] und die Gottheiten der Vajra-Familie. Im Süden ist eine Anhäufung für Buddha Ratnasambhava und die Gottheiten der Ratna-Familie. Im Westen ist eine Anhäufung für Buddha Amitabha und die Gottheiten der Padma-Familie. Und im Norden ist eine Anhäufung für Buddha Amoghasiddhi und die Gottheiten der Karma-Familie.

Alternativ, wie in der Zufluchtspraxis, kannst du dir vorstellen, dass die zentrale Anhäufung deinen eigenen Wurzel-Lama in der Gestalt von Guru Rinpoche repräsentiert, mit allen Meistern der Dzogchen-Linie über ihm. In diesem Fall steht die vordere Anhäufung für Buddha Śākyamuni und die tausend vollkommenen Buddhas dieses glücklichen Zeitalters. Die rechte Anhäufung steht für die acht großen Bodhisattvas, umgeben von der edlen Bodhisattva-Sangha. Die Anhäufung auf der linken Seite steht für Śāriputra und Maudgalyayana und die edle Sangha der Śrāvakas und Pratyekabuddhas. Die hintere Anhäufung repräsentiert das Juwel des Dharma in der Form von Bücherstapeln.

Für das Opfer-Mandala rezitiere „OM VAJRA BHUMI AH HŪṂ“ (aus dem „Siebenunddreißig-Punkte-Mandala-Opfer“) und ordne den äußeren Bereich stufenweise an. Eine Anordnung von Anhäufungen, die die vier Kontinente mit dem Berg Meru in der Mitte symbolisiert, bildet eine Welt. Eintausend davon ergeben ein „Universum erster Ordnung mit eintausend Welten“. Wenn wir dies wiederum tausendmal vervielfältigen, entsteht ein „Universum zweiter Ordnung von tausend mal tausend Welten“. Dann vervielfältigen wir dies erneut tausendmal und erhalten ein so genanntes „großes Universal-System dritter Ordnung von eintausend Millionen Welten“ oder einen „Kosmos mit einer Milliarde Universen“.

Stell dir überall in diesen Welten die erlesensten Genüsse für Götter und Menschen vor und opfere sie alle deinem Meister und den Gottheiten des Nirmānakāya. Dies ist die Darbringung des gewöhnlichen Mandala des Nirmānakāya.

Als Nächstes stelle dir Akaniṣṭha Ghanavyūha vor, vollständig ausgestattet mit all den unvorstellbaren Merkmalen eines spontan manifesten Sambhogakāya-Bereichs, sowie unzählige Opfergöttinnen, wie zum Beispiel die Göttin der Schönheit usw., und bringe sie alle deinem Meister und den Gottheiten des Sambhogakāya dar. Dies ist das außergewöhnliche Mandala des Sambhogakāya.

Dann platziere auf dem Boden des Mandala, der den unkonditionierten Dharmadhatu repräsentiert, kleine Anhäufungen, die deine Anhaftung an Erscheinungen und jegliche Gedanken, die du vielleicht hast, repräsentieren. Bringe sie deinem Meister und den Gottheiten des Dharmakāya dar. Dies ist das besondere Mandala des Dharmakāya.

2. Ansammlung des Kusali: Chö

Du bist in deiner gewöhnlichen Form. Im Himmel vor dir befindet sich ein kostbarer Thron, der von einem Löwen, einem Elefanten, einem Pfau, einem Shang-Shang-Vogel (tib.)[12] und einem Pferd getragen wird. Dort sitzt auf einem Lotus, auf Sonne und Mond und Stapeln von Seidenkissen dein eigener Wurzelmeister. Oberhalb, auf einer unvorstellbaren Vielfalt von Sitzen aus z.B. Lotusblumen, Sonnenscheiben und Leichnamen, wird er umgeben von den Meistern der Linie, im Raum dazwischen von den Yidam-Gottheiten und unterhalb von den Mamos und Ḍākinīs. Sie alle sind umringt von Schwärmen von Dharma-Schützern und Wächtern.

Darunter sitzen alle Wesen der sechs Bereiche und der drei Welten. Wenn du mit der Visualisationsstufe (tib. kyerim) vertraut bist, kannst du „PHAT!“ ausrufen und gleichzeitig dein Bewusstsein ausstoßen, entlang dem Zentralkanal und durch die „Brahma-Öffnung“ auf dem Scheitel deines Kopfes, wo es sogleich in Tröma, die zornvolle Mutter, verwandelt wird.

Wenn du mit dieser Art der Visualisationspraxis noch nicht vertraut bist, dann beginne, indem du auf dein Bewusstsein als Tröma meditierst, und wenn du dann die Silbe „PHAT!“ ausstößt, stell dir vor, dass sie durch den Scheitel deines Kopfes hinausschießt.

In beiden Fällen ist Tröma – die Essenz deines Bewusstseins – schwarz und hat ein Gesicht und zwei Hände. Mit ihrer rechten Hand schwingt sie ein Krummesser in der Luft, um die drei Gifte an ihrer Wurzel zu durchschneiden. Mit diesem Messer trennt sie nun deinen Schädel auf Höhe der Augenbrauen von deinem Körper ab, der riesig, fett und schmierig geworden ist und der so groß ist wie das gesamte milliardenfache Weltensystem. Tröma verwendet den Schädel, um eine Schädelschale daraus zu machen, die genauso groß ist wie der gesamte Kosmos von einer Milliarde Welten. Mit der linken Hand nimmt sie die Schädelschale und stellt sie, mit den Brauen zu sich, auf eine Feuerstelle aus drei menschlichen Schädeln, jeder so groß wie der Berg Meru. Dann hebt sie, mit dem Krummesser in der rechten Hand, den ganzen Leichnam hoch und legt ihn in die Schädelschale.

Jetzt visualisiere im Raum unter dem Schädel den senkrechten Strich des tibetischen Buchstabens A, rot, von feuriger Natur und spürbar heiß. Über dem Schädel erscheint eine weiße Silbe HAṂ, von nektargleicher Natur. Feuer lodert von dem Strich des A auf und erhitzt die Schädelschale, bis der Leichnam zu brodelndem Nektar zusammengeschmolzen und alles Verdorbene oder Unreine in Form von schäumender Gischt ausgestoßen ist.

Das HAṂ beginnt allmählich, in der Hitze des Feuers zu schmelzen, und Nektar beginnt, davon herabzutropfen. Lichtstrahlen strömen vom HAṂ zu den Buddhas und Bodhisattvas, so dass sich all ihr Mitgefühl und Segen in der Form von Weisheitsnektar und blauen Lichtstrahlen in den Nektar in der Schädelschale hinein auflöst. Schließlich löst sich auch die Silbe HAṂ in Licht auf und verschmilzt mit dem Nektar in der Schädelschale.

Das vielfältige Festmahl

Von dem kochenden weißen und roten Weisheitsnektar steigt Dampf auf. Er nimmt die Form von unvorstellbaren Opfergaben an, wie den acht Glück verheißenden Symbolen und den sieben Attributen der Königswürde – Sonnenschirme, Siegesbanner, Baldachine, goldene Räder mit tausend Speichen, weiße Trompeten-Muscheln mit rechts drehenden Spiralen und so weiter – die den Gästen darüber geopfert werden. Er wird in alle Substanzen verwandelt, die für die Yidams, ḍākas, Ḍākinīs, Dharma-Schützer und Wächter begehrenswert sind, und sie freuen sich über die Opfergaben.

Unterhalb von ihnen erhalten alle Wesen der sechs Existenzbereiche alles, was sie sich wünschen, alles, was sie begehren. Diejenigen, die Essen wünschen, erhalten Essen. Diejenigen, die Kleidung wünschen, erhalten Kleidung. Diejenigen, die sich ein Haus wünschen, erhalten ein Haus. Stell dir vor, dass all ihre Wünsche erfüllt werden und sie alle befriedigt sind.

Das weiße Festmahl

Dann nimmt über ihnen die unermessliche Versammlung von Wurzel- und Linienmeistern, Buddhas und Bodhisattvas den Nektar mit ihren Zungen auf, die zu hohlen Vajra-Röhren geformt sind. Stell dir vor, dass sie erfreut und zufrieden sind und dass du die Ansammlungen vervollständigst, deine Verdunklungen reinigst und alle höchsten und gewöhnlichen Errungenschaften erhältst.

Die versammelten Yidam-Gottheiten trinken den Nektar, indem sie ihn durch ihre hohlen Zungen aufsaugen, die die Form von Vajras, Rädern, Juwelen, Lotussen oder gekreuzten Vajras haben. Als Ergebnis vervollständigst du die Ansammlungen, reinigst deine Verdunklungen und erhältst alle höchsten und gewöhnlichen Siddhis.

Im Raum vor der Schädelschale nehmen die Weisheits- und Aktivitäts-Schützer des Dharma jetzt ihren Teil des Nektars durch die hohlen Sonnenstrahlen ihrer Zungen auf, mit dem Ergebnis, dass Hindernisse und Umstände, die für deine Dharma-Praxis und Erleuchtung ungünstig sind, zerstreut werden.

Wenn du in der Visualisation erfahren bist, stell dir als Nächstes vor, dass unvorstellbare Scharen von Aktivität ausführenden Ḍākinīs von dir ausgehen, so zahlreich wie die fühlenden Wesen. Jede von ihnen hält eine Weisheitsschädelschale gefüllt mit Weisheitsnektar, den sie jedem einzelnen Wesen darbietet.

Alternativ kannst du dir auch vorstellen, dass du selbst – als Tröma – die Schädelschale in deiner Hand benutzt, um Nektar zu verteilen und damit alle Wesen der sechs Bereiche zufrieden zu stellen sowie ihre karmische Vision, ihre Leiden und Gewohnheitsmuster zu reinigen.

Denke vor allem an jene Wesen, männlich und weiblich, bei denen du in deinen vergangenen Leben seit anfangsloser Zeit karmische Schulden gemacht hast.

Es gibt Schulden, die unser Leben verkürzen, weil wir getötet haben, Schulden, die uns mit Krankheit plagen, weil wir andere angegriffen und geschlagen haben, Schulden, die uns arm machen, weil wir gestohlen haben. Es gibt Schulden für Schutz, den uns Höherstehende gewährten, für Dienste, die uns Untergebene leisteten, und für Hilfe und Unterstützung durch Gleichgestellte, und es gibt Schulden an Übergeordnete und Unterstellte. Wenn jeder dieser männlichen und weiblichen Gläubiger gesättigt ist, bist du von deinen karmischen Verpflichtungen befreit, deine Schulden sind beglichen. Du bist ihrer tödlichen Rache entronnen und von allen schädlichen Handlungen und Verdunklungen gereinigt.

Alle männlichen Wesen erreichen die Stufe des edlen Avalokiteśvara, und alle weiblichen Wesen erlangen die Stufe von Jetsün Tārā.

Rezitiere „PHAT!“ und ruhe dann in einem Zustand frei von jeglichem Konzept von Opfergaben, einem Opfernden oder einem Empfänger, dem die Opfergaben dargebracht werden.

Guru Yoga

Dann folgt die Anweisung zum Guru Yoga, einer Praxis, die dazu dient, im Geist die Weisheit der Verwirklichung zu erwecken. Die Reinigung von Buddha-Bereichen erfordert große Konzentrationskraft, deshalb stell dir vor, dass deine Umgebung – soweit deine Wahrnehmung reicht – der Bereich des Lotuslichts ist, vollkommen in all seinen Merkmalen.

Du bist in seiner Mitte. Um sicher zu gehen, dass du ein geeignetes Gefäß für die Ermächtigungen bist, um die sich wechselseitig bedingenden Umstände zu schaffen, damit du dem Meister folgen kannst, und als Unterstützung, um Guru Rinpoches Weisheit von Glückseligkeit und Leerheit entstehen zu lassen, stell dir vor, dass du in deiner Essenz die Ḍākinī Yeshe Tsogyal bist. Du erscheinst jedoch in Gestalt von Vajrayoginī, von roter Farbe, mit einem Gesicht, zwei Händen und drei Augen, die sehnsüchtig zum Herzen des Meisters blicken.

Mit deiner rechten Hand spielst du auf einer hoch erhobenen Schädeltrommel, um die Wesen aus dem Schlaf der Unwissenheit und Verwirrung aufzuwecken. Deine linke Hand hält ein Krummesser, um die drei Gifte an ihrer Wurzel zu durchschneiden. Du bist nackt bis auf deine Knochenornamente und Blumengirlanden. Und du bist sichtbar, aber dennoch nicht-stofflich, wie die Reflexion in einem Spiegel.

Im Himmel, eine Pfeillänge über deinem Kopf, visualisiere einen hunderttausendblättrigen Lotus, darauf eine Sonnenscheibe und dann eine Mondscheibe. Auf diesem Sonnen- und Mondscheibensitz befindet sich dein glorreicher Wurzelmeister, die unvergleichliche Schatzkammer des Mitgefühls, Verkörperung aller Buddhas der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Er erscheint in der Gestalt des großen Vajradhara von Oḍḍiyāna (Orgyen Dorje Chang), mit einem Gesicht und zwei Händen.

Mit der rechten Hand hält er einen fünfspeichigen goldenen Vajra an seinem Herzen. In seiner linken Hand hält er eine von Nektar überquellende Schädelschale; die darin enthaltene Langlebensvase ist ebenso mit dem Nektar der unsterblichen Weisheit gefüllt und am oberen Ende mit einem Wunsch erfüllenden Baum geschmückt. In seinem linken Arm wiegt er den dreispitzigen khaṭvāṅga (Dreizack), der die Prinzessin und Gefährtin (Mandāravā) symbolisiert. Seine drei Spitzen repräsentieren Essenz, Natur und mitfühlende Energie (ngowo, rangshyin und tukje). Unter diesen drei Zacken sind drei abgeschlagene Köpfe – vertrocknet, frisch und verwest – als Symbole für die drei Kāyas. Die neun eisernen Ringe, die die Zacken schmücken, verkörpern die neun Yānas. Der khaṭvāṅga ist außerdem mit Haarlocken von toten und lebenden Mamos und Ḍākinīs geschmückt, als Zeichen dafür, dass der Meister sie alle unterwarf, als er auf den acht großen Leichenfeldern Entbehrungen praktizierte.

Auf seinem Kopf trägt er einen Lotus-Hut, und sein Körper ist bekleidet mit einem Seidenumhang, Dharma- Roben und Mantel. Seine beiden Füße bfinden sich in der königlichen Haltung.

Überall um ihn herum, innerhalb eines Strahlenkranzes von fünffarbigem Licht, erscheinen die acht Vidyādharas aus Indien, die fünfundzwanzig Schüler aus Tibet, die Gottheiten der drei Wurzeln und ein Ozean von eidgebundenen Schützern. Deine Visualisation sollte so lebendig sein, dass deine gewöhnliche Wahrnehmung ganz unwillkürlich aufhört.

Während du das Sieben-Zeilen-Gebet sprichst von „Hung! Im Nordwesten des Landes Orgyen“ bis zu „GURU PADMA SIDDHI HŪṂ“, rufe die Umgebung und die Bewohner des glorreichen kupferfarbenen Berges an und stell dir vor, dass sie mit der Versammlung von Gottheiten verschmelzen, die du visualisiert hast.

Dann vervielfältige deinen Körper so oft, wie es Atome im Universum gibt, und führe Niederwerfungen aus. Opfere unermessliche Gaben, sowohl wirklichen Besitz als auch solche, die durch den Geist erschaffen werden. Bekenne all deine schädlichen Handlungen und Verdunklungen, die du seit anfangsloser Zeit angesammelt hast. Stell dir vor, dass sie durch Lichtstrahlen gereinigt werden, die aus den Herzen der Gottheiten des Verdienstfeldes ausströmen und eine schwarze Anhäufung auf deiner Zunge berühren, in der all die schädlichen Handlungen, Verdunklungen und gewohnheitsmäßigen Neigungen deines Körpers, deiner Sprache und deines Geistes gesammelt sind. Freue dich über alle positiven Handlungen, absolute wie relative, die jemals angesammelt wurden. Flehe die Buddhas an, das Rad des Dharma der drei Yānas zu drehen. Bitte sie zu bleiben, bis Samsara vollständig leer ist, und nicht ins Nirvana einzugehen. Widme alle positiven Handlungen, angesammelt in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, damit sie zur Ursache der Erleuchtung aller Wesen werden.

Wenn die Zeit gekommen ist, das „Herbeirufen des Segens“ zu praktizieren, sprich das Gebet: „Oh Guru Rinpoche, Kostbarer...“ („JETSÜN GURU RINPOCHE...“) einmal nach jeweils hundert Rezitationen des Vajra-Guru-Mantra. Wenn es dann an der Zeit ist, den Segen herbeizurufen, sprich nach jeweils hundert Rezitationen das Gebet, das beginnt mit: „Ich habe sonst niemanden, an den ich mich wenden könnte...“ („DAK LA RE SA...“), und das endet mit: „Reinige unsere emotionalen und kognitiven Verdunklungen, oh Machtvoller...“ („...DRIP NYI CHONG SHIK NÜ TU CHEN“).

Wenn die Zeit gekommen ist, die Errungenschaften zu empfangen, rezitiere „Auf der Stirn des Guru...“ („GURUI MIN TSAM...“) und empfange die vier Ermächtigungen. Als Ergebnis deiner Hingabe und Sehnsucht blickt der Meister daraufhin voller Mitgefühl, er lächelt dich an, seine Augen mit Liebe erfüllt.

Aus seinem Herzen schießt warmes, rotes Licht hervor, und wenn es dich, Vajrayoginī, berührt, schmilzt du zu einer roten Kugel aus Licht von der Größe einer Erbse, die wie ein Feuerfunke zum Guru emporschießt und sich in sein Herz hinein auflöst. Dann löst sich auch der Guru auf, und du ruhst im ungeborenen Zustand des Dharmakāya: höchste Einfachheit, ohne Konzept oder Bezugspunkt. Dann widme das Verdienst.

Tugend!

| Englische Übersetzung Adam Pearcey, editiert von Janine Schulz. Es gibt viele Ähnlichkeiten zwischen diesem Text und Abschnitten in Patrul Rinpoches berühmtestem Werk, kun bzang bla ma'i zhal lung, und wir haben den Stil und die Terminologie von The Words of My Perfect Teacher, der meisterhaften englischen Übersetzung der Padmakara Translation Group, weitgehend übernommen. Deutsche Übersetzung Rigpa Übersetzungen 2006.


Literaturverzeichnis

Tibetische Ausgabe

o rgyan 'jigs med chos kyi dbang po. "zur rgyan/ sngon 'gro'i dmigs rim bsdus pa/." In gsung 'bum/_o rgyan 'jigs med chos kyi dbang po. BDRC W24829. khreng tu'u: si khron mi rigs dpe skrun khang, 2003. Band 7: 595–614

Sekundärquellen

Dilgo Khyentse Rinpoche. Guru Yoga, Ithaca, NY: Snow Lion Publications, 1999.

Jamyang Khyentse Wangpo. A Profound Concentration of Nectar: Essentialized Stages of Visualization for the Preliminary Practices of the Heart-Essence of the Vast Expanse (Longchen Nyingtik). Lotsawa House

Patrul Rinpoche. Die Worte meines vollendeten Lehrers. Übersetzung: Padmakara Translation Group. Freiamt, Arbor Verlag, 2001.


Version: 2.0-20221017


  1. Die fünf Arten des Niedergangs sind: der Niedergang des Lebens, der Niedergang von Karma bzw. Aktivität, der Niedergang der Zeiten, der Niedergang in Verbindung mit Emotionen und der Niedergang der Sicht. Siehe Guru Yoga, Dilgo Khyentse Rinpoche, Ithaca: Snow Lion Publications, 1999, S. 50.  ↩

  2. Bodhichitta ist unermesslich bzw. unzählbar (grangs med), sowohl was seine Dauer betrifft (es wird unzählig viele Äonen lang kultiviert) als auch das Objekt (es richtet sich auf unzählig viele fühlende Wesen).  ↩

  3. Dies bezieht sich auf Rigdzin (Skt. Vidyādhara) Jikme Lingpa.  ↩

  4. Die sechs Übertragungslinien sind: die Geist-direkt-Linie der Siegreichen, die Linie symbolischer Zeichen der Vidyādharas, die mündliche Linie verwirklichter Wesen, die Linie, die durch Bestreben ermächtigt ist, die Linie prophetisch vorhergesagter Abfolge und die Linie des Anvertrauens des Siegels der Ḍākinīs.  ↩

  5. Vgl. Vers 35, Kap. 10, Bodhicaryāvatāra: Mögen alle Länder rein sein, überall, | nicht rau und nicht bedeckt von Felsen, | sondern flach wie die ebene Fläche einer Hand | und glatt wie Lapislazuli.  ↩

  6. Jamyang Khyentse Wangpos Kommentar beschreibt Orgyen Dorje Chang als blau.  ↩

  7. Das heißt zur Rechten von Guru Rinpoche.  ↩

  8. Die Bodhisattvas Mañjuśrī, Vajrapāṇi, Avalokiteśvara, Kṣitigarbha, Sarvanīvaraṇaviṣkambhin, Ākaśagarbha, Maitreya und Samantabhadra.  ↩

  9. Śāriputra and Maudgalyāyana.  ↩

  10. Obwohl Vajrasattvas Gefährtin, deren tibetischer Name Dorje Nyemma (rdo rje snyems ma) lautet, manchmal mit dem Sanskrit-Namen Vajrāṭopā bezeichnet wird, scheint der korrekte Sanskrit-Name gemäß überlieferter Quellen Vajragarvā zu sein.  ↩

  11. In Kunzang Lama’i Shelung ist Akṣobhya an der Stelle von Vajrasattva.  ↩

  12. Ein mythologischer Vogel (halb Mensch, halb Adler), der beim Fliegen Zymbeln erklingen lässt.  ↩