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ISSN 2753-4812
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Die tägliche Praxis von Khandro Tuktik

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༁ྃ༔ མཁའ་འགྲོ་ཐུགས་ཐིག་གི་རྒྱུན་ཁྱེར་ནི།

Die tägliche Praxis von Khandro Tuktik (Der Ḍākinī Herzessenz)

offenbart von Dudjom Rinpoche

 

ན་མོ༔ རང་རིག་ཡེ་ཤེས་མཁའ་འགྲོ་མར༔

namo rangrig yeshe khandromar

Namo. Zu der Weisheitsḍākinī des Selbstgewahrseins

འདུ་འབྲལ་མེད་པར་སྐྱབས་སུ་མཆི༔

dudral mepar kyab su chi

nehme ich Zuflucht jenseits von Kommen und Gehen,

མ་རྟོགས་གཉིས་འཛིན་འཁྲུལ་བའི་བློ༔

ma tok nyidzin trulwe lo

entlasse den unwissenden, dualistischen, verwirrten Geist

རང་གྲོལ་ཆེན་པོར་སེམས་བསྐྱེད་དོ༔

rangdrol chenpor semkye do

in die natürlich freie Weite und erwecke Bodhichitta.

 

ཨཿ མ་བཅོས་ཀ་དག་དེ་བཞིན་ཉིད༔

ah, machö kadak dezhin nyi

Aḥ. Die Wirklichkeit ist unverfälscht und uranfänglich rein.

ལྷུན་གྲུབ་ཀུན་སྣང་སྙིང་རྗེའི་རྩལ༔

lhündrub kün nang nyingje tsal

Von selbst gegenwärtig, alles erhellendes, schöpferisches Spiel des Mitgefühls,

སོར་རྟོག་ཡེ་ཤེས་ཡི་གེ་བྃ༔

sortok yeshe yige ba

erscheint die Silbe der unterscheidenden Weisheit, vaṃ,

མཁའ་ལ་འཇའ་ཚོན་བཞིན་དུ་ཤར༔

kha la jatsön zhindu shar

wie ein strahlender Regenbogen am Himmel,

འོད་འཕྲོས་མ་དག་དངོས་འཛིན་སྦྱངས༔

ö trö ma dak ngödzin jang

verströmt Licht und läutert alles Unreine und Feste.

སྣོད་བཅུད་བདེ་ཆེན་པདྨ་འོད༔

nöchü dechen pema ö

Die Welt und alles darin werden zum Lotoslicht Palast Großer Glückseligkeit.

ངོ་མཚར་དག་པའི་གྲོང་ཁྱེར་དབུས༔

ngotsar dakpe drongkhyer ü

Inmitten dieser wundersamen reinen Festung,

པདྨ་ཉི་ཟླའི་གདན་སྟེང་དུ༔

pema nyide den tengdu

auf Lotus, Sonne und Mond,

རང་ཉིད་ཡེ་ཤེས་མཚོ་རྒྱལ་མ༔

rangnyi yeshe tsogyalma

bin ich Mutter Yeshe Tsogyal,

བདེ་སྟོང་དབྱེར་མེད་དཀར་དམར་མདངས༔

detong yerme kar mar dang

untrennbare Wonne-Leere, weiß, ein Schimmer Rot.

མཚན་དཔེའི་ལང་ཚོ་མཆོག་ཏུ་འབར༔

tsenpe langtso chok tu bar

Ich erstrahle mit den Zeichen und Malen jugendlicher Herrlichkeit,

ཐིག་ལེ་ཉག་གཅིག་ཞི་འཛུམ་ཞལ༔

tikle nyakchik zhi dzum zhal

friedlich lächelnder Ausdruck, einzigartige Essenz.

ཐབས་ཤེས་ཟུང་འཇུག་ཕྱག་གཉིས་ཀྱིས༔

tabshe zungjuk chak nyi kyi

In den Händen, Mittel und Weisheit vereint,

བདག་རྟོག་རྩད་གཅོད་གྲི་གུག་དང་༔

dak tok tse chö driguk dang

halte ich einen Krummdolch, der die Vorstellung vom Selbst durchtrennt

དངོས་གྲུབ་མཆོག་སྩོལ་ཐོད་པ་འཛིན༔

ngödrub chok tsol töpa dzin

und eine Schädelschale, die höchste siddhi gewährt.

ཞབས་གཉིས་མཉམ་པའི་སྟབས་ཀྱིས་བཞེངས༔

zhab nyi nyampe tab kyi zheng

Ich stehe gleichermaßen auf beiden Füßen,

གཅེར་མོ་དར་དང་རིན་པོ་ཆེ༔

chermo dar dang rinpoche

Seide und Juwelen schmücken meinen nackten Körper,

མེ་ཏོག་ཕྲེང་བ་དུ་མས་བརྒྱན༔

metok trengwa dume gyen

behängt mit vielen Blumengirlanden.

སྤྱི་བོར་ཐབས་མཆོག་རིགས་ཀྱི་བདག༔

chiwor tab chok rik kyi dak

Auf meiner Krone sitzt der Herr der Familie, höchstes Mittel,

པདྨ་གར་དབང་ཐོད་ཕྲེང་རྩལ༔

pema gar wang tötreng tsal

Pema Garwang Tötreng Tsal,

རྡོ་རྗེ་དྲིལ་འཛིན་ལོངས་སྐུའི་ཆས༔

dorje dril dzin longkü che

er hält Vajra und Glocke, in Sambhogakāya-Gewändern,

འཇའ་འོད་ཟེར་ཐིག་ཀློང་དུ་བརྗིད༔

ja özer tik long du ji

majestätisch in einer Ausdehnung von Regenbogenlicht und Sphären.

གདན་གསུམ་སྐུ་ཡི་བཀོད་པ་ལ༔

den sum ku yi köpa la

Auf den drei Sitzen seiner Weisheitsform weilen

རྩ་གསུམ་རྒྱལ་བ་རབ་འབྱམས་ཀུན༔

tsa sum gyalwa rabjam kün

alle unermesslichen siegreichen Drei Wurzeln

མ་འདྲེས་ཏིལ་གོང་ཕྱུར་བཞིན་རྫོགས༔

ma dre til gong chur zhin dzok

wie Sesamsamen, die aus der Schote quellen – deutlich, formvollendet –,

གདོད་ནས་དམ་ཡེ་དབྱེར་མེད་པའི༔

döne damye yerme pe

Samayasattva und Jñānasattva uranfänglich untrennbar.

ཐུགས་ཀར་ཉི་ཟླའི་གའུའི་སྦུབས༔

tukkar nyide ga'ü bub

In meinem Herzen, in einem Kokon aus Sonne und Mond,

བྃ་མཐར་སྔགས་ཀྱི་ཕྲེང་བས་བསྐོར༔

bam tar ngak kyi trengwe kor

ist vaṃ umkreist von der Mantra-Girlande

འོད་འཕྲོས་བརྟན་གཡོའི་དངོས་ཀུན་ཁྱབ༔

ö trö tenyö ngö künkhyab

verströmt Licht und durchdringt die gesamte belebte und unbelebte Welt.

སྣང་གྲགས་རྟོག་པའི་ཚེས་རྣམས་ཀུན༔

nang drak tokpe tse nam kün

Alle Erscheinungen – Formen, Klänge und Gedanken –

ལྷ་སྔགས་ཡེ་ཤེས་རོལ་པར་བལྟ༔

lha ngak yeshe rolpar ta

sind Ausdruck von Gottheit, Mantra und uranfänglichem Gewahrsein.

ཨོཾ་ཛྙཱ་ན་ཌཱ་ཀི་ནཱི་བྃ་ཧ་རི་ནི་ས་སིདྡྷི་ཧཱུྃ༔

om jnana dakini bam harinisa siddhi hung

oṃ jñāna ḍākinī vaṃ harinisa siddhi hūṃ

ཞེས་ཅི་ནུས་བཟླས་མཐར།

Rezitiere das Mantra so oft du kannst. Beende dann mit:

རིག་པ་རང་ཤར་མཚན་མའི་ལྷ༔

rigpa rangshar tsenme lha

Die Gottheit mit ihren Eigenschaften, selbst erschienen aus reinem Gewahrsein,

གཉིས་མེད་བློ་འདས་ཆེན་པོར་བརྡལ༔

nyime lode chenpor dal

löst sich in die ungeteilte Weite auf, jenseits begrifflichen Denkens.

 

སླར་ཡང་ཟུང་འཇུག་སྒྱུ་མའི་རྩལ༔

lar yang zungjuk gyume tsal

Aus der scheinhaften Schöpfungskraft der Einheit treten erneut

སྣོད་བཅུད་ཡེ་ཤེས་རོལ་པར་ཤར༔

nöchü yeshe rolpar shar

die Welt und alle Wesen als Ausdruck von Weisheit hervor.

ཨོཾ་ཨཱཿཧཱུྃ༔

om ah hung

oṃ āḥ hūṃ

བསྔོ་སྨོན་ཤིས་བརྗོད་བྱའོ། །

Rezitiere Widmungen, Wunschgebete und glückverheißende Gebete.

 

ཞེས་པའང་བསོད་ནམས་རྣམ་རྒྱལ་གྱི་ངོར་ཛྙཱ་ནས་སོ༎ ༎

Jñāna verfasste dies auf Wunsch von Sonam Namgyal.

 

| Übersetzt von Maya Solms, 2026.

 

Quelle:

bdud 'joms 'jigs bral ye shes rdo rje. „mkha' 'gro thugs thig gi rgyun khyer.” In bdud 'joms 'jigs bral ye shes rdo rje'i gsung 'bum dam chos rin chen nor bu'i bang mdzod, Band 16: 101–102. Kalimpong: Dupjung Lama, 1979–1985.

 

Version: 1.0-20260206

Dudjom Rinpoche

Der Ḍākinī Herzessenz (Khandro Tuktik)

Weitere Informationen:

BDRC- Autorenprofile: P736 P7695

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