Katalog der Herzessenz der Großen Weite
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Einleitung des Übersetzers
Dieser Katalog der Schätze des Longchen Nyingtik wurde im Jahr 1802 im Lhundrup Teng-Tempel in Derge verfasst, wenige Jahre nach Jigme Lingpas Verscheiden und im Zuge der Veröffentlichung der Schriften durch Derges berühmte Druckerei. Diese Epoche ist sehr bedeutsam, da dank der Förderung durch die königliche Familie die Anfertigung von Holzdruckstöcken für eine Reihe wichtiger Schriftensammlungen ermöglicht wurde, darunter die Gesammelten Nyingma-Tantras (rnying ma rgyud 'bum), einige der Werke Longchen Rabjams und Jigme Lingpas gesamter Schriftenkorpus.[1]
Der Autor des Katalogs, Jigme Losal Özer, war ein enger Schüler Jigme Lingpas. Sein Name wird mehrmals in Jigme Lingpas Autobiografie sowie in einigen der Kolophone in Jigme Lingpas Werken erwähnt, in denen er als Bittsteller für die Komposition der Texte benannt wird. Soweit bekannt, sind von seinen selbst verfassten Werken neben diesem Katalog nur noch die Erläuterungen zu den Tormas der Herz-Essenz der Großen Weite erhalten, ein Text, der in den gesammelten Werken Jigme Lingpas enthalten ist,[2] sowie ein Katalog zum Khandro Nyingtik,[3] den er während seines Aufenthalts im Shechen Kloster verfasste.
Ein strahlendes Schmuckstück aus glitzerndem Sonnenlicht
Ein Katalog der Herzessenz der Großen Weite
von Jigme Losal Özer
Bewahrer der Lebenskraft von Lehre und Praxis der wundersamen Vajra-Essenz,
Allwissender, die Pracht deiner Verwirklichung steht in voller Blüte,
Vidyādhara, unübertroffene Zierde von Saṃsāra und Nirvāṇa,
alleiniges Auge dieser Welt, Jigme Lingpa – dir erweise ich Verehrung!
Der Dharmakāya – in dem die Vorstellungen von Entstehen und Vergehen seit Anbeginn versiegt sind, ausgestattet mit zweifacher Reinheit;
der Saṃbhogakāya – in dem grundlegender Raum und Erscheinung als spontan präsente Maṇḍalas offenbar werden, ausgestattet mit den sieben Aspekten der Vereinigung;
der Nirmāṇakāya – der in mannigfaltigen Formen erscheint, um die Wesen in den Daseinsbereichen ihren jeweiligen Bedürfnissen entsprechend zu zähmen, ausgestattet mit den acht Arten der Meisterschaft –
ich verneige mich vor dem Guru, der alle vortrefflichen Qualitäten in sich vereint, dem allgegenwärtigen Herrscher über die unermesslichen reinen Bereiche der drei Kāyas!
Dein Vajra-Geist der selbst-entstehenden Weisheit großer Reinheit ist der tatsächliche vollendete Buddha;[1]
deine Vajra-Sprache des Wind-Elements, Schneewolken aus Silben, ist die Schatzkammer des edlen Dharma;
dein Vajra-Körper des spontan vollendeten Maṇḍalas der drei Sitze ist der Saṅgha, ausgestattet mit Wissen und Befreiung –
Vajra-Guru, Verkörperung der Drei Juwelen, du bist der Herr endloser Maṇḍalas.
Essenz der unerschöpflichen Weisheit des zweifachen Wissens der Siegreichen;[2]
ein wunscherfüllendes Juwel, Verkörperung der Liebe für alle Wesen;
frei von Anhaftung und Abneigung strömst du Lichtstrahlen von Wohltaten und Glück aus –
und so bist du die große Quelle des Ozeans von Sūtra und Tantra.
Beginnend mit Garab Dorje, Lehrer des Höchsten Fahrzeugs,
nahmst du mehr als achtzehn Geburten an,[3]
als Paṇḍita, Siddha, Dharma-König, Arhat, Vidyādhara,
und wirktest als Beschützer sowohl der Lehren als auch der Wesen.
Der siebenspännige Streitwagen[4] des Verdienstes dieses schneebedeckten Landes
stieg klar am Himmel inmitten der Gebirgszüge empor,
vertrieb die Dunkelheit falscher und befangener Ansichten
und erstrahlte als die aufgehende Sonne der nicht-sektiererischen Lehren.
Zu jener Zeit breiteten sich deine Lehren und die Halter deiner Übertragungslinie
in allen Richtungen und in einer Vielzahl von Sprachen aus,
bis in die entlegensten Winkel Indiens und Chinas –
und so kommt deine Güte jener der Siegreichen gleich.
Wenn die mit Vertrauen Erfüllten voller Hingabe beten,
manifestieren sich selbst die subtilsten Überreste deines Vajra-Körpers
als greifbare Reliquien – wie erstaunlich!
Man mag versuchen, diese Qualitäten zu erfassen, doch sie zu beschreiben ist unmöglich.
Deine Weisheit des Hörens, der Kontemplation und der Meditation sprudelte aus dir hervor,
deine Kehle wurde zur Schatzkammer der Vajra-Worte,
als Meister über die große geheime Schatzkammer der Ḍākinīs
hast du alle Phänomene, letztendliche und auch relative, ungehindert enthüllt.
Insbesondere die Essenz der Großen Weite der Weisheit aller Buddhas,
das Herzblut der Weisheits-Ḍākinīs, die Essenz des Lebenselixiers,[5]
die resultierenden Lehren des höchsten Fahrzeugs, Atiyoga –
gewährtest du den begünstigten Wesen als Festmahl – wie erstaunlich!
Obwohl aus den Mantra-Wolken des Buddhas, Licht dieser Welt,
der Regen des tiefgründigen und umfangreichen Dharma herabfällt
und die Sprossen der höchsten Befreiung in allen zu zähmenden Wesen aufkeimen lässt,
müssen wir uns weiterhin auf dem fruchtbaren Boden des Vertrauens in Ansammlung und Reinigung üben.
Auf was auch immer wir treffen, wird dann zum natürlichen Zustand des Dharmakāya,
wir vollenden und erschöpfen die vier Visionen und befreien die physischen Elemente in ihre reine Essenz.
Dieser Pfad, der ohne Ablegen des Körpers zur Buddhaschaft führt,
ist der höchste Dharma, ohnegleichen, ein Wunsch erfüllendes Juwel.
Als karmischer Anteil der verdienstvollen Begünstigten
der sich spontan als Dharmakāya-Reliquien manifestiert,
habe ich hier einen Katalog zusammengestellt, genannt
Ein strahlendes Schmuckstück aus glitzerndem Sonnenlicht.
Ich werde im Folgenden auf den allgemeinen geschichtlichen Kontext und ausführliche Erklärungen verzichten und mich auf das Wesentliche beschränken. Dieser Text hat drei Teile: 1) die Verbreitung der Lehren der Großen Vollkommenheit, 2) wie die Große Vollkommenheit nach Tibet kam und 3) der eigentliche Katalog.
1. Die Verbreitung der Lehren der Großen Vollkommenheit
Gemäß der Tradition des Höchsten Fahrzeugs erlangte unser Lehrer vor unvorstellbar vielen Äonen die höchste Erleuchtung. Als Dharmakāya ist er Samantabhadra, als Sambhogakāya manifestiert er sich als die Buddhas der fünf Familien, als Nirmāṇakāya erscheint er entsprechend den Bedürfnissen der zu zähmenden Wesen – in den reinen Bereichen[6] als der große Vajradhara und in den sechs Daseinsbereichen als unzählige Manifestationen, darunter die sechs weisen Munis, wie Buddha Śākyamuni, usw. – und dreht unaufhörlich das Rad des Dharmas entsprechend den Fähigkeiten der Schüler.
Das Höchste Fahrzeug der Großen Vollkommenheit weist drei Arten der Übertragung auf, wovon die erste die Geist-direkt-Übertragung der Siegreichen ist. Im selbst-manifestierten Akaniṣṭha-Bereich der dichten Anordnung lehrt der ursprüngliche Beschützer Samantabhadra, der weder Beschränkungen noch Voreingenommenheit kennt, sein Gefolge – die von ihm untrennbaren Sambhogakāya-Buddhas der fünf Familien – nicht durch Worte, sondern durch das Übertragen der Linie mittels des Segens seines Weisheitsgeistes. Diese Übertragung seiner Weisheit an den Bodhisattva Vajrasattva und andere wird die Geist-direkt-Übertragung der Siegreichen genannt. Sie wird in drei Kategorien unterteilt: Sūtra, Illusorisches Netz und Geist. Die äußere Entwicklungsphase des Mahāyoga hat zwei Unterteilungen: Tantras und Sādhanas. Die Tantras wurden den drei Klassen der Wesen durch den Bodhisattva [Vajrasattva] gelehrt, welche sie wiederum an die Devas, Nāgas und Yakṣas weitergaben, so dass diese und ihre Gefolgschaften zu hunderttausenden den Zustand der Befreiung erlangten. Darüber hinaus lehrte der Herr der Geheimnisse an verschiedenen Orten. Als er den Vidyādharas – sowohl menschlichen als auch nicht menschlichen Wesen – die Lehren auf dem Malaya-Berg überbrachte, schrieb Matyaupāyika diese in einem aus kostbaren Materialien gefertigten Buch nieder, das er im Raum versiegelte. Diese Lehren fielen später auf den Palast des Königs Ja herab und verbreiteten sich von dort ausgehend. Der Sādhana-Abschnitt wurde von Samantabhadra Mahottara Heruka in Akaniṣṭha durch den natürlichen Klang der Dharmatā gelehrt. Der Vidyādhara Vajradharma fasste diese Lehren zusammen und übertrug sie in mehrere Schriftbände, welche er im Anschluss der Ḍākinī Karmendrāṇī anvertraute. Die allgemeinen und spezifischen Tantras wurden jeweils in kostbaren Schatullen verwahrt und als Schätze im Śaṅkarakūṭa-Stūpa verborgen. Später, als der geeignete Zeitpunkt gekommen war, wurden die jeweiligen Schatullen den acht Vidyādharas anvertraut, während die Schatulle mit dem allgemeinen, all-umfassenden Juwelen-Tantra dem großen Meister Padmasambhava anvertraut wurde.
Der inneren schriftlichen Überlieferung des Anuyoga zufolge erwachten zu dem Zeitpunkt, als der Nachfahre von Ikṣvāku [das heißt Buddha Śākyamuni] auf seinem Bett seine letzte Ruhe fand und die Welt und die Wesen darin im Niedergang begriffen waren und die nackten Asketen[7] ihre Verachtung bekundeten, die Fünf Erhabenen edler Abstammung aus ihrem tiefen Samādhi. Auf dem meteoriteneisernen Gipfel des Malaya-Berges, umschlossen von Blitz und Donner, ließen sie ihr Klagelied in dreiundzwanzig Versen ertönen, woraufhin die Lehren des Atiyoga – die Herzessenz aller Sugatas der drei Zeiten – enthüllt wurden. Diese Lehren verbreiteten sich im Götterbereich, als Vajrasattva Einweihungen und Kernanweisungen an Adhicitta übertrug, den Sohn des Gottes Bhadrapāla.
Als Guru Śākyasiṃha die Schüler im Bereich der Menschen durch seinen Körper und seine Sprache gezähmt hatte und der Moment gekommen war, Schüler durch seinen Geist zu zähmen, praktizierte die Tochter des Königs Dharmāshva[8] von Uḍḍiyāna in der Nähe eines Sees mit goldenen Ufern. Während dieser Zeit hatte sie einen Traum, in dem ihr ein kristallenes Wesen mit erstaunlichen Qualitäten anhand einer kristallenen, mit Silben gravierten Vase Ermächtigungen gewährte. In der Folge gebar sie einen Sohn, der die Nirmāṇakāya-Emanation Garab Dorje war. Er empfing die Ermächtigung der Hoheit-verleihenden Vase vom Herrn der Geheimnisse, Vajrapāṇi. Außerdem empfing Garab Dorje von ihm die achtzehn Lehren der Geist-Klasse der Großen Vollkommenheit, darunter Tantras wie die zwanzigtausend Abschnitte der Großen Weite, und ermächtigte ihn als Meister aller Tantras, schriftlichen Übertragungen und Kernanweisungen. Garab Dorje widmete sich zwanzig Jahre lang der Meditation auf dem Berg namens Leuchtende Sonne. Sein Körper wurde den Strahlen der Sonne gleich, und er erlangte die Fähigkeit, am Himmel zu fliegen. Als er die sechs Millionen vierhunderttausend Tantras der Großen Vollkommenheit, die in seinem Geist von jeher zugegen waren, aus dem Gedächtnis rezitierte, trugen die Ḍākinīs diese zusammen und schrieben sie nieder. Unter Garab Dorjes spirituellen Nachfolgern – ganz gleich ob drei, sieben oder einundzwanzig in seiner Linie gezählt werden – war Mañjuśrīmitra, Sohn des Königs Śrī Kumāra von Siṃhala, der bedeutendste. Obwohl Mañjuśrīmitra allein durch symbolische Unterweisungen gleichzeitig Verwirklichung und Befreiung erlangte, gewährte Garab Dorje ihm die vollständige Ermächtigung und vertraute ihm alle Tantras und Kernanweisungen an, so dass er die Lehren in ihrer Gesamtheit empfangen konnte. Später schmolz der Meister Garab Dorje an der Quelle des Danatīka[9] Flusses zu einer Lichtmasse, aus deren leuchtender Mitte der Text seines letzten Testaments vom Himmel herabkam,[10] demzufolge Mañjuśrīmitras Verwirklichung der von Garab Dorje ebenbürtig wurde. Anschließend trug er die sechs Millionen vierhunderttausend Tantras zusammen und gliederte sie in die drei Abschnitte „Geist", „Raum" und „Kernunterweisungen".
Mañjuśrīmitra unterteilte den tiefgründigsten Herzessenz-Zyklus in eine schriftliche und eine mündliche Übertragungslinie und verfasste Kommentare zu letzterer. Die schriftliche Übertragungslinie verbreitete er nicht selbst, sondern verbarg sie stattdessen als Schatz am Vajrāsana in Bodhgaya. Er verweilte einhundertneunundzwanzig Jahre auf dem Leichenfeld von Sosadvīpa. Sein Hauptschüler war Śrī Siṃha, und der bedeutendste unter seinen fünfundzwanzig großen gelehrten Schülern war der edle Nāgārjuna. Nāgārjuna übertrug die Lehren an Āryadeva, der daraufhin den Regenbogenkörper erlangte. Mañjuśrīmitra lehrte den chinesischen Meister Śrī Siṃha den Dharma fünfundzwanzig Menschenjahre lang. Als Mañjuśrīmitra schließlich zu Licht schmolz, kam sein letztes Testament vom Himmel herab,[11] wodurch Śrī Siṃha dieselbe Verwirklichung erlangte.
Einhundertfünfundzwanzig Jahre später erschien Mañjuśrīmitra selbst erneut in westlicher Himmelsrichtung, wo er auf wundersame Weise auf dem Pollenbett eines Lotos geboren und als der Spätere Mañjuśrīmitra bekannt wurde. Er wurde Schüler großer Meister und erhielt alle Lehren des geheimen Mantras. Sein Schüler Buddhajñānapāda wurde von ihm mitfühlend in seine Obhut genommen und er lehrte ihn die Mündlichen Unterweisungen von Mañjuśrī, welche innerhalb der Tantra-Tradition der Schule der neuen Übersetzung weithin bekannt wurden, wobei ihre Bedeutung keinerlei Unterschiede zu jener der Großen Vollkommenheit aufweist.
Śrī Siṃha enthüllte[12] die Texte der Kernanweisungen und unterteilte den Herzessenz-Zyklus in vier Kategorien: äußere, innere, geheime und unübertroffene, wobei er die ersten drei als Schätze verbarg und den letzten in seinem Herzen bewahrte, während er auf dem Leichenfeld von Śītavana weilte. Von seinen Schülern, zu denen Padmasambhava und Vimalamitra zählten, war Jñānasūtra der herausragendste, und ihm übertrug er alle Ermächtigungen, Tantras und Kernanweisungen. Vor seinem Eintreten ins Nirvāṇa hinterließ auch er sein letztes Testament, bekannt als Die sieben Nägel zusammen mit den geheimen Kernanweisungen.
Den Prophezeiungen der Ḍākinīs folgend begab sich Vimalamitra zu einem späteren Zeitpunkt zu Jñānasūtra und erhielt von ihm die vollständigen Unterweisungen. Als sich Jñānasūtras physischer Körper in einen Lichtkörper auflöste, kam sein Testament[13] vom Himmel herab, wodurch Vimalamitra dieselbe Weisheit erlangte.
Diese Meister lösten sich ohne jegliche physischen Rückstände auf und erlangten höchste Verwirklichung. Diese Art der Übertragung wurde als Zeichenübertragung der Vidyādhāras bekannt. Die Tantras weisen unzählige Quellen auf, die die Überlieferungslinien der drei Yoga-Tantras bezeugen, da ich jedoch nicht zu weit ausschweifen möchte, werde ich es hierbei belassen.
2. Wie die Große Vollkommenheit nach Tibet kam
Der gottgleiche König Tri Songdetsen lud den Abt Bodhisattva Śāntarakṣita und den großen Meister Padmasambhava nach Tibet ein. In Samye schuf er das große und glorreiche Dharma-Rad – die Tempel und deren Inhalt – als ein einziges Objekt der Verehrung durch alle Wesen und leitete die Einweihungs- und Ermächtigungszeremonien. Die drei Botschafter Ma [Rinchen Chok], Nyak [Jñānakumāra] und Chok [Lüi Gyaltsen] wurden mit goldenen Briefen und Geschenken in Form von Gold zum Hof des indischen Königs entsandt mit der Bitte, der höchste Meister unter den fünfhundert ehrwürdigen Paṇḍitas möge nach Tibet kommen. Vimalamitra, Kronjuwel aller Gelehrten, reiste daraufhin nach Tibet und lehrte ausführlich über den allgemeinen Dharma von Sūtra und Tantra. Insbesondere lehrte er die tiefgründigen Anweisungen der Herzessenz der Großen Weite der Großen Vollkommenheit an begünstigte Schüler, wodurch diese Lehren aufblühten und sich verbreiteten. Diese Übertragungslinien setzen sich bis heute ununterbrochen durch geflüsterte Übertragung von einer Person zur nächsten fort und die meisten der Halter dieser Linie lösten ihren physischen Körper in Regenbogenlicht auf. Dies wird die mündliche Übertragung durch besondere Individuen genannt. Diese Darstellung entspricht der Herzessenz-Kama-Tradition.
Der Schatztradition zufolge lehrte Śrī Siṃha den großen Meister aus Uḍḍiyāna, Padmasambhava, welcher vier Notwendigkeiten erkannte: dass der edle Dharma nicht schwindet, dass die Unterweisungen nicht verfälscht werden, dass der Segen nicht nachlässt und dass die Übertragungslinie kurz ist. Vor diesem Hintergrund extrahierte er aus den Tantras die Sādhanas und aus den Sādhanas die Kernanweisungen, entwickelte aus den Kernanweisungen Praktiken und verbarg sie letztendlich gemeinsam mit Wunschgebeten, Ermächtigungen, Betrauungen, Prophezeiungen und so weiter zum Wohle jener begünstigten Schüler, die sich in der Zukunft ernsthaft der Praxis widmen würden. Die letztendliche Kernanweisung (das Aufgezeigte), die in der Schatzschatulle der natürlich entstandenen drei Kāyas enthalten sind; die (aufzeigenden) Worte der tantrischen Schriften; und die Repräsentationen des erleuchteten Körpers, der erleuchteten Sprache und des erleuchteten Geistes, die bei Berührung Befreiung bringen – wurden an unterschiedlichen Schatzorten verborgen und durch die fünf Elemente versiegelt, damit zu dem Zeitpunkt, an dem sie den Wesen Nutzen bringen können, durch Wunschgebete und karmische Verbindungen gesegnete Personen erscheinen und diese Schätze enthüllen und verbreiten würden.
Unter den achtzehn Arten von Schätzen sind die erhabensten und tiefgründigsten die Geistschätze, die sich auf drei Arten manifestieren: in der Realität, in Erfahrungen und in Träumen, die jeweils als höchste, mittlere und geringere Art angesehen werden. Hervorgerufen durch das Mitgefühl des mächtigen Eroberers Padmasambhava manifestierte sich der erhabene Lehrer Garab Dorje als Rangjung Dorje Jigme Lingpa, auch bekannt als Allwissender Khyentse Özer (Strahlen der Weisheit und Liebe), der als glorreiche Manifestation des angesammelten Verdienstes sowohl der Lehren als auch der Wesen im schneebedeckten Land Tibet erschien und die in diesem Text genannten Schätze enthüllte.
Als Rigdzin Jigme Lingpa einst im Zustand leuchtender Leerheit verweilte – klar und dennoch frei von Konzepten – erwachte der All-Grund als Dharmakāya. Aus dieser grenzenlosen Weite heraus regte sich die äußere Strahlung und die Strahlung des Gewahrseins manifestierte sich als lichtvolle Vision. Nahe des Boudhanath-Stūpa in Nepal übertrug ihm die Dharmakāya-Weisheits-Ḍākinī direkt symbolische Texte, verziert mit Zeichen der Weisheit. Indem er diese entschlüsselte, enthüllte er diesen Geistschatz, einen Himmelsschatz: die Herzessenz der Großen Weite der Großen Vollkommenheit. Dieser Schatz extrahiert die Kernanweisungen aus dem Ozean der Tantras der frühen Übersetzungsschule, ausgestattet mit den vier Strömen der Ermächtigung, fasst ihre tiefgründigen Kernpunkte in einer einzigen einheitlichen Unterweisung zusammen und vereint Kama- und Schatzlehren. Da schon eine einzige Anweisung zur Erleuchtung führen kann, ohne sich auf andere Rituale stützen zu müssen, ist diese Lehre außergewöhnlich tiefgründig und in dieser Welt so selten und kostbar wie ein wunscherfüllendes Juwel.
3. Der eigentliche Katalog
Die Anzahl der Abschnitte entspricht der Anzahl der glückverheißenden Symbole. Sie umfassen alle Haupt- und Nebenlehren, die in zwei kostbaren Bänden enthalten sind.
Der erste der kostbaren Bände
1. Die Lehren zur Geschichte, die Gewissheit schenken[14]
1. Der große geheime Bericht der Ḍākinīs
2. Tanzender Mond auf dem Wasser: Eine Beschreibung meiner Verwirklichungen und visionären Erfahrungen
3. Schatulle des erleuchteten Geistes, ein prophetischer Leitfaden für die Herzessenz der Großen Weite
4. Schädelfragmente: Das Wurzel-Tantra der Vidyādharas
2. Rahmen der allgemeinen Ermächtigungen, welche die Unreifen zur Reife führen
5. Die Wurzel-Ermächtigung der Vase, die Hoheit verleiht
6. Erläuterung der essenziellen Bedeutung: Die allgemeine Bedeutung der Ermächtigung
3. Wichtige Texte, die sicherstellen, dass der Segen unser Wesen durchdringt
7. Das wunscherfüllende Juwel: Die äußere Praxis des Guru Yoga
8. Eine Unterweisung, die die wahre Bedeutung dieses Guru Yoga enthüllt: Ozean der Siddhis, eine Praxis der Darbringung von Opfergaben an die Gurus
9. Geheimer Pfad zum glorreichen Berg – Ein Gebet des Strebens nach dem glorreichen kupferfarbenen Berg[15]
10. Der unaufhörliche Segensstrom: Ein Liniengebet
4. Die Vasen-Ermächtigungen und die sie ergänzenden Texte
Diese beziehen sich auf die Ermächtigungen jeder einzelnen Praxis und nehmen die Entwicklungsphase als den Pfad.
Die Versammlung der Vidyādharas (Rigdzin Düpa)
11. Die Versammlung der Vidyādharas: Die innere Praxis
12. Einblick in die wesentlichen Punkte: Das Handbuch der verborgenen Anweisungen (Gabjang)
13. Die Schatulle der Siddhis, ein Rezitationsleitfaden
14. Die Vase des ewigen Lebens: Die Langlebenspraxis (Tsedrup)
15. Die wesentlichen Punkte der Visualisierung der „Langlebenspraxis der Vidyādharas"
16. Eine Erklärung der Ermächtigung der Langlebenspraxis
Die Königin der großen Glückseligkeit (Yumka Dechen Gyalmo)
17. Die Geschichte der weiblichen Praxis der Königin der großen Glückseligkeit
18. Ein Ritual des Segens und der Ermächtigung für die weibliche Praxis
19. Eine glorreiche Girlande der großen Glückseligkeit – die grundlegende Praxis
20. Der wesentliche Rezitationsleitfaden
21. Erläuterung des Körper-Maṇḍalas, die jegliche Zweifel bezüglich des Rezitationsleitfadens beseitigt
22. Die Bedeutung von Ermächtigung beleuchten: Eine Selbst-Ermächtigung für die weibliche Praxis
23. Die Schatzkammer der vier Aktivitäten: Ein Feueropfer
24. Wiederbelebung durch den Nektar der drei Kāyas
25. Die Schatzvase, die die Essenz der großen Glückseligkeit birgt, die erleuchteten Aktivitäten
26. Zierde des Weisheitsgeistes des ehrwürdigen Nāgārjuna: Die vierfache Maṇḍala-Opfergabe an Tārā
27. Den Ruf der Ḍākinīs abwenden: Die wundersame Erscheinung
28. Ergänzung für Bekenntnis und Erfüllung zur Ansammlung der Praxis „Den Ruf der Ḍākinīs abwenden"
29. Den Ruf der Heldinnen und Helden abwenden
30. Ergänzende Anweisungen für die Langlebensermächtigung
31. Die Reichtumsrituale: „Ein ergänzender Text zur Einweihung einer Schatzvase" und „Eine Methode zur Vertreibung der Seraks"
32. Ein Ritual für die Reise nach Sukhāvatī: Eine Sādhana für den Gebieter der Familien, verbunden mit erleuchteten Aktivitäten zum Wohle anderer
33. Lobpreis und Wunschgebet für die Wiedergeburt im reinen Bereich Sukhāvatī
34. Die reinigende Schatzvase: Eine Zusammenstellung für das Ritual der anleitenden Praxis, das Verschleierungen bereinigt
35. Zusätzliche Texte zur Reinigung und Beseitigung von Gift
36. Der Baum des Ozeans der Lebenskraft: Zusätzliche Texte zur Auslösung der Lebenskraft
Löwengesichtige Ḍākinī
Hier handelt es sich um den verborgenen Zyklus der geheimen weiblichen Praxis (Yumka) der außerordentlich tiefgründigen löwengesichtigen Ḍākinī.
37. Eine Fülle an Segen: Ein Ritual für die Ermächtigung
38. Der Segensstrom: Ein Gebet
39. Die Sādhana und der Aktivitätsleitfaden von Siṃhamukhā, löwengesichtige Ḍākinī, die geheime weibliche Praxis
40. Der dazugehörige Rezitationsleitfaden
41. Die Kräfte der Zauberei bezwingen: Den Ruf der Ḍākinīs abwenden
42. Das Rad der Blitze, das von Zauberei befreit
43. Vernichtung der Heerscharen von Zauberern und Dämonen: Ein Torma-Opfer und ein Ritual zur Abwehr
44. Anmerkungen zu wesentlichen Aspekten der Vorbereitung
45. Das Rad der Aktivitäten zum Nutzen anderer
Die Versammlung der Ehrfurchtgebietenden (Palchen Düpa)
46. Die Worte der Ehrfurchtgebietenden, ein allgemeiner Überblick
47. Liniengebet an die Ehrfurchtgebietenden
48. Versammlung der Ehrfurchtgebietenden, zornvolle Herzens-Praxis
49. Der dazugehörige Rezitationsleitfaden
50. Yamāntaka: Den Herrn des Todes bezwingen
51. Hayagrīva: Entfaltung der drei Bereiche
52. Yangdak: Vereinigung der Buddhas
53. Vajrakīlaya: Māras Heerscharen bezwingen
54. Die ausführliche Mudrā der großen Glorreichen
55. Die spezifischen Ermächtigungen für die Herukas der vier Familien
56. Eine kostbare Schatzschatulle: Ein Rahmen für die Errungenschaft
57. Herzanweisungen für die spezifischen Rezitationen der vier Familien
58. Ein Ozean an Bedeutungen der Ermächtigung: Die Selbstermächtigung
59. Die große Entfaltung: Tormaopfer- und Abwehrritual
60. Der verborgene „tiefgründige Nagel"
61. Mündliche Anweisungen über das Rad des Schutzes und der Abwehr
62. Das Maṇḍala des sich windenden Amṛta Mahottara, das alle Qualitäten in sich vereint
63. Anleitung für die Praxis der Medizin der Errungenschaft
64. Leiter nach Akaniṣṭha: Eine Erklärung der Entwicklungsphase der Gottheiten-Meditation
65. Flammen der Weisheit: Feueropfer an die friedvollen und zornvollen Gottheiten im Allgemeinen
66. Ein Feueropfer für Befriedung, Bereicherung, Anziehung, zornvolle Unterwerfung und höchste Aktivität
67. Der spontane Vajra-Gesang für Erfüllung und Bekenntnis
Natürliche Befreiung von Leid (Dukngal Rangdrol)
68. Natürliche Befreiung von Leid, die geheime Praxis des Avalokiteśvara
69. Die laute Sommertrommel: Ein Kommentar zu den schwierigen Stellen
70. Klare Erläuterung der Selbstermächtigung
71. Die visionären Unterweisungen, die die Kernanweisungen offenbaren
72. Die Vision: Gebet an Ārya Avalokiteśvara
73. Hayagrīvas Versammlung, die zornvolle Praxis von Avalokiteśvara
Der zweite Band
Dieser enthält folgende Texte:
Die versiegelte Quintessenz (Tikle Gyachen)
74. Die versiegelte Quintessenz: Die innerste geheime Guru-Praxis[16]
Gleißender, furchterregender Guru, Hayagrīva und Garuda (Takhyung Barwa)
75. Gleißender, furchteinflößender Guru, Hayagrīva und Garuda
76. Kernpunkte für die Ermächtigung und Praxis der Annäherung von Takhyung Barwa
77. Die Befreiung bösartiger Nāgas: Negativität aus der Unterwelt eliminieren
78. Das Gebet über Grund, Pfad und Frucht
79. Übung in den drei reinen Bereichen der drei Kāyas, Wunschgebet und Anrufung
80. Die vereinte ozeangleiche Weisheit, ein Wunschgebet für das Erkennen der Bardos
81. Eintritt in die Stadt der Allwissenheit, ein Wunschgebet zur Verwirklichung der Worte der Wahrheit
82. Ein prächtiger Armreif: Ein Lebenskraft-Chakra der Vidyādharas
Die friedvollen und zornvollen Gottheiten
83. Das Ornament, das die Versammlung erhellt: Eine Liturgie der friedvollen und zornvollen Gottheiten, die die unteren Bereiche leert
84. Eine ergänzende Untersuchung
85. Entfernen des Siegels schwieriger Punkte, zusätzliche Erläuterungen
86. Ein Leitfaden für die Ermächtigung der Gottheiten und Kernanweisungen zur Behebung von Beeinträchtigungen und Schädigungen
87. Die Laute der Gandharvas: Eine Girlande der Opfergaben der sechzehn Vajra-Göttinnen
88. Netz des Mitgefühls zum unermesslichen Nutzen anderer: Ein Ritual zum Wohle der Verstorbenen
89. Vollständige Befreiung von den beiden Verschleierungen, eine Methode des Ausbrennens und Reinigens
5. Der Zyklus der Dharma- und Schatz-Schützer
90. Die obersten Schützer der heiligen Befehle und ihre Vajra-Brüder und -Schwestern (Ma Gön Chamdral)
91. Übertragung der Lebenskraft durch die drei Vajra-Brüder und -Schwestern
92. Wesentliche Unterweisungen zu den obersten Schützern
93. Existenz erhebt sich als der Grund: Ein Ritual des Fadenkreuzes und Opfergabe zur Erfüllung
94. Erfüllungspraxis zur Besänftigung des Aufruhrs der Mamos und Ḍākinīs
95. Sieg über Māras Heerscharen: Ein Ritual zum Krieges-Fadenkreuz
96. Anmerkungen zum Vorangegangenen
97. Wilder Rahula „Rasiermesser der Lebenskraft" und der Anrufungsleitfaden „Sturm des giftigen Dunstes"
98. Lebenskraftermächtigung der Schwestern der Langlebigkeit (Tseringma)
99. Ein wunscherfüllender Baum, Aktivitätsleitfaden
100. Das bedeutsame Lasso, verborgene Anweisungen
101. Ein Leitfaden ergänzender Anweisungen für die Übertragung an eine einzelne Person
102. Eine kurze Praxis für das Herbeirufen der Kräfte des Wohlstands
103. Talkarmas Praxis für den Viehbestand
104. Erfüllungspraxis für Lekden, Schützer der Tantras und Meister des Festes
(Dieser Text ist nicht Teil der Herzessenz der Großen Weite, allerdings war es notwendig, ihn regelmäßig im königlichen Palast[17] zu rezitieren, weshalb er an dieser Stelle beigefügt wurde.)
105. Tägliche Erfüllungspraxis für Gönpo Lekden
6. Die geheime Ermächtigung auf den Pfad bringen
106. Übertragung: Erleuchtung ohne Meditation
107. Übertragung des Bewusstseins von Verstorbenen
108. Die auf Prāṇa beruhende Vollendungsstufe von Glückseligkeit und Leerheit sowie mündliche Unterweisungen dazu
109. Anmerkungen zum Auflodern und Herabtropfen glühender innerer Hitze
7. Die dritte Ermächtigung auf den Pfad bringen
110. Der als Buddhaschaft ohne Meditation bekannte Pfad der Methode, einschließlich der yogischen Trulkhor-Übungen
111. Direkte Unterweisungen zu den yogischen Trulkhor-Übungen
112. Vajra-Verse: Ein Gebet der glühenden inneren Hitze
113. Das schallende Lachen der Ḍākinīs, eine Praxis des Durchschneidens (Chöd)
114. Die Jugendlichkeit der sechs Vollkommenheiten, ein Kommentar zum Vorangegangenen
Diese Texte und Ergänzungen stellen alle Pfade bis hin zur Weisheitsermächtigung vollständig und eindeutig dar.
8. Die außergewöhnlichen Kernanweisungen
Die in diesen Texten enthaltenen außergewöhnlichen Kernanweisungen offenbaren die Bedeutung der höheren Ermächtigungen – einschließlich der Ermächtigung in die Strahlung des Gewahrseins – sowie den Pfad, der frei von Irrtum und Verwirrung ist. Sie umfassen die Kernanweisungen und praktischen Anwendungen, die das Weisheitselixier des Erhabenen, des glorreichen ursprünglichen Beschützers, in deine Handfläche legen.
115. Das Dzogchen-Tantra der Ausdehnung von Samantabhadras ursprünglicher Weisheit (5. Kapitel)
116. Das nachfolgende Tantra der Kernunterweisungen, das das Vorangegangene erläutert
117. Der Āgama: Die Erfahrung des erleuchteten Geistes von Samantabhadra
118. Die Kernanweisungen: Unterscheidung der drei wesentlichen Punkte der Großen Vollkommenheit
119. Die Treppe zur Befreiung, ein Kommentar über das Geistesstraining
120. Unterweisungen zu den allgemeinen vorbereitenden Übungen der Großen Vollkommenheit
121. Die Achtsamkeitspraxis: Unterweisung zu den spezifischen vorbereitenden Übungen der Großen Vollkommenheit
122. Yeshe Lama, der außergewöhnliche Leitfaden, der alle Geheimnisse vollständig und unfehlbar offenbart
123. Der weiße Lotos, der Zyklus begleitender Unterweisungen, die die Bedeutung der Ermächtigung darlegen und die Stufen der Praxis offenbaren
124. Wurzeltext der Vajra-Verse
125. Die Worte des Allwissenden, ein Kommentar über die Bedeutung des Vorangegangenen
126. Das Löwengebrüll, das Irrwege und Irrtümer bezwingt
127. Die Große Vollkommenheit: Den natürlichen Zustand unmittelbar erkennen
128. Ein erstaunlicher Ozean von Ratschlägen für Praktizierende im Einzelretreat
129. Unterweisungen über Tormas
Dies beschließt die Zyklen der wesentlichen Dharma-Lehren. Im Anschluss folgt der Zyklus über verschiedene andere wichtige Themen.
130. Das vor Furcht beschützende Boot, mündliche Unterweisungen des großen Siddha Thangtong Gyalpo[18]
131. Den Weg der Erleuchteten beschreiten, unter Einbindung des Wirkungsbereichs, der Sūtra und Mantra vereint
132. Hier gibt es vier Texte: Sādhana des großen Meisters Vairotsana; Guru Yoga von Rigdzin Jigme Lingpa; Meditation und Rezitation zur Besänftigung der königsgleichen Gyalpo-Dämonen; und das Tantra des glückseligen Pfades der Aktivität: Ein Ritual zur Ablegung der eintägigen Gelübde eines Laienpraktizierenden.
133. Dann gibt es die beiden Texte: Ein Gebet zur Einleitung des Festes des zehnten Tages und Ein Gebet an den Guru.
134. Ein Zyklus mit Liturgien für die allgemeinen und spezifischen vorbereitenden Übungen, Kurze Torma-Opfergabe gehäufter Kügelchen, ein Text, der die Herstellung hunderter Torma-Opfergaben gemäß der Tradition des Allwissenden beschreibt, einschließlich Ergänzungen; Weiße Sur-Opfergabe, die alle Bereiche durchdringt, Rote Sur-Opfergabe, um sich selbst und andere vom Tod freizukaufen; Leuchtende Sonnenstrahlen: Ein Widmungsgebet zum Wohle der Lebenden und der Verstorbenen und Ein Wunschgebet für das letzte Zeitalter, insgesamt acht Texte.[19]
135. Dem Einweihungs-Tantra wurden Die allgegenwärtige Girlande der Opfergaben und das ergänzende Ritual zur Wiederherstellung des Argha[20] entnommen.
136. Der glückverheißende wunscherfüllende Baum, ein Einweihungs-Ritual
Insgesamt sind es 136 Dharma-Lehren mit 157 Unterabschnitten.
Im glorreichen Palast grenzenloser Sūtra- und Tantra-Lehren,
anmutig auf Airāvata des furchtlosen Höchsten Fahrzeugs reitend,
bezwingst du den Zufluchtsort der Irrgläubigen mit deinem Vajra des ungehinderten Dharma der Verwirklichung und Übertragung –
du bist der unvergleichliche Devendra der Großen Vollkommenheit.[21]
Alle Flüsse des Dharma, natürlich entsprungen
dem Geheimnis der erleuchteten Sprache der Buddhas der drei Zeiten,
vollständig enthalten im Vajra-See der drei Abschnitte und neun Ausdehnungen,
meisterst du, Vidyādhara-König der Nāgas.[22]
Da du die Soheit des ursprünglichen Beschützers klar erhellt hast – den Bereich,
offenbart durch den Dharma der Herzessenz der Großen Weite –
preisen die Siegreichen dich einhellig
und nennen dich den allwissenden Erben der Siegreichen.[23]
Aus dem glorreichen Knoten des Geheimnisses deines erleuchteten Geistes[24]
fällt der nektargleiche Regen der innersten Verwirklichung von Padmākara und Vimalamitra herab.
Lindernd und erfrischend, lässt er die Sprösslinge befreiender Weisheit
im Geist begünstigter Wesen aufkeimen.
Gestützt auf die Armee der vier Bestrebungen des menschlichen Daseins[25] herrscht der König über die Wesen dieser gewaltigen Erde,
von seinem Palast Lhündrup Teng[26] aus, versehen mit den Gesetzen der zehn Tugenden.
In dieser vortrefflichen Vase wird der Nektar der erhabenen Rede des Buddha offenbart,
und so entfaltet sich der unerschöpfliche Schatz des Geschenks des Dharma.[27]
Möge der hundertspeichige Sonnenschirm von Buddhas Lehren,
herrlich geschmückt mit der Seide makelloser Erläuterung und Praxis
und auf dem tiefgründigen, stets aufrechten Pfahl ruhend,
auf ewig und beständig über der Welt thronen.
Wenn das rechtsdrehende Muschelhorn der nicht-sektiererischen Bewahrer der Lehre,
mit ihrer rechtsdrehenden Spirale des Loslassens, der Verwirklichung und der Weisheit,
vom Wind der zeitgemäßen Wunschgebete geblasen wird,
möge der Ruhm des zweifachen Nutzens Saṃsāra und Nirvāṇa durchdringen!
Möge besonders das Juwel, das den Schatz der Weisheit und Liebe aller Siegreichen in sich birgt,
aus dessen Gürtel tausende von Lichtstrahlen der Haupt- und Nebenmerkmale ausströmen,
und das in vollendeter Weise auf der Spitze des mit Gebeten für Tibet versehenen Siegesbanners des Verdienstes ruht,
uns alles Gute und Herausragende gewähren!
Mögen die goldäugigen Fische des Saṅgha, die alle Lehren erkennen,
niemals in der Dürre dualistischer Existenz verharren,
sondern auf die magischen Flossen von Weisheit und Befreiung bauend,
im tiefen und unermesslichen Ozean der zwei Ansammlungen treiben.
Möge sich der Baum dieser Welt des Ertragens im Zentrum des fünfundzwanzigblättrigen Lotos
in den Händen von Buddha Großes Gletschermeer,
seine prächtigen Blätter der Tugendhaftigkeit hin und her wiegend,
stets tief herabneigen unter dem schieren Gewicht reifer Früchte!
So wie die langlebigen Götter auf dem furchtlosen Thron der Vortrefflichkeit
mit dem höchsten Vajra als Gebieter über die Menschen herrschen,
so mögest du, ein Vidyādhara sowohl der Religion als auch der Politik,
als Dharma-König fortbestehen, mit dem goldenen Rad über Saṃsāra und Nirvāṇa herrschend![28]
Königin des Dharma, die du die Bedeutung der wahren Natur der Vajra-Essenz,
den natürlichen Zustand und vollkommenes Erwachen verwirklicht hast,
die du als Verkörperung der Göttin erblüht bist, die Macht über Lebenszeit und Glück verleiht,
gewähre vortreffliche glückverheißende Umstände für die Lehren und die Wesen![29]
Als Ausdruck von Verdienst und Weisheit manifestiertest du dich in der Gestalt einer Frau.
Gebieterin, mit deiner unerschütterlichen Weisheit, die alle Lehren kennt,
hast du all die vielfältigen Dharma-Lehren gemeistert –
mögest du lange leben und als Lampe, die Buddhas Lehren erhellt, fortbestehen![30]
Möge der Vollmond des Verdienstes der drei Zeiten, verkörpert in diesen Versen,
im spontan gegenwärtigen Himmel des Dharmadhātu gewidmet werden.
Nachdem die dichte Finsternis des endlosen Daseinskreislaufs auf ewig zerstreut wurde,
möge der Lotos der Befreiung und Allwissenheit des Nachts erblühen!
Mit der Erkenntnis, dass diese tugendhaften Handlungen bedeutungsvoll sind,
mögen alle, die mit dem Niederschreiben oder Kerben dieser Texte in Verbindung stehen –
alle Handwerker, Auftraggeber und selbst diejenigen, die sich darüber freuen –
zum Pfad der Befreiung finden!
Möge auch ich in künftigen Leben die Freiheiten und Vorteile erlangen,
möge ich nicht auf falsche Pfade abirren, sondern möge der ehrwürdige Guru
mich aus Saṃsāra befreien und zum friedvollen Zustand führen,
und möge ich dann zu einem großen Wegbereiter erleuchteter Aktivität werden und anderen von Nutzen sein!
Solange die Elemente der äußeren Welt in natürlicher Harmonie fließen
und das darin Enthaltene, die fühlenden Wesen, durch die Kraft des Verdienstes gedeihen,
mögen wir mit den vier Bestrebungen des menschlichen Daseins und dem Dharma der zehn Tugenden gesegnet sein,[31]
und mögen wir uns an den glückverheißenden Umständen des goldenen Zeitalters erfreuen!
Die Schatzschatulle des erleuchteten Geistes, der prophetische Leitfaden findet sich unter den Geistesschätzen des Gebieters über die gesamte Lehre, des allwissenden Dharma-Königs, dessen Namen, wie Himmelsgleicher Yogin der Großen Weite (Longchen Namkhe Naljor) und Pema Wangchen Rolpe Dorje, sich in alle Richtungen verbreiteten, in diesem Dharma-Zyklus der Herzessenz der Großen Weite, welche der Essenz des Ozeans der tiefgründigen Tantras gleich ist. Der Text besagt:
Gebieterin Ngangtsul Gyalmo Tsün aus Pho-gyong
und Dhātviśvarī, die Ḍākinī Ekajaṭī,
werden das Gute vermehren, sowohl das spirituelle als auch das säkulare.
Gebieterin Gyalmo Tsün, die hier als erstes genannt wird, findet Erwähnung in einem Abschnitt der Chroniken des Königs:
Der König Mutik Tsenpo
machte Palgi Ngangtsul zu seiner Königin...
Bis hin zu dem Abschnitt, in dem es heißt:
...weiter wurde der Yarlung Tsentang-Tempel
von Königin Palgi Ngangtsul errichtet.
In der Großen Biografie von Padmasambhava heißt es:[32]
Die ehrwürdige Königin Palgi Ngang[tsul Jangchub]
lud den Meister, den zweiten Buddha,
in den Türkisen Tempel ein, welchen sie zu erbauen gelobt hatte.[33]
Wie bereits erwähnt, war die Prinzessin und erhabene Königin Ngangtsul Jangchub eine der drei begünstigten Gefährtinnen,[34] die unter anderem den Türkisen Tempel in Tsentang erbauen ließ. Sie war von großer Hingabe und einer ausgezeichneten Motivation erfüllt und wurde durch die Vajra-Prophezeiungen als ehrwürdige Königin der Dharma-Lehren ausgewiesen. In der Absicht, die Lehren des Allwissenden Gurus zum Wohle der Wesen zu verbreiten und zu erweitern, senkte sie die Druckkosten und stiftete den Gegenwert zweier Packungen Tee[35] sowie zwei vollständige Buchbände, die beide jeweils mehr als vierhundert Seiten Text umfassten. In einem mit ihrem unauslöschlichen Siegel versehenen Brief versprach sie diese Spende ununterbrochen zu leisten, solange dieses Äon andauert.
Zwischen dem Zeitpunkt, als der Vidyādhara Vajradharma das Dharma-Rad des Ozeans der geheimen Tantras für die fünf Erhabenen von edler Herkunft auf dem meteoriteneisernen stürmischen Gipfel des Malaya-Berges drehte, und dem Zeitpunkt, als während des Eisen-Affen-Jahres ein Regen tantrischer Texte auf den Palast des Königs Indrabodhi von Zahor herabfiel, vergingen 2.654 Jahre. Seit dem Krodhana-Holz-Ochsen-Jahr,[36] in dem der Nirmāṇakāya Garab Dorje erschien – der vom Gebieter der Geheimnisse [Vajrapāṇi] dazu ermächtigt wurde, über alle Unterweisungen der Großen Vollkommenheits-Tantras, schriftliche Übertragungen und Kernanweisungen zu walten – vergingen 2.337 Jahre. Im Wasser-Hund-Jahr, bekannt als Dundubhi[37] (1802), als die zentralen Texte in Dome in Derge – dem großartigen Brahma-gleichen Königreich, in dem die zehn Tugenden hochgehalten werden – gedruckt wurden, verfasste ich, der bescheidene und unwissende Jigme Losal Özer, unterstützt durch die Güte sowohl meiner Wohltäter als auch meines Gurus und die niedrigste Position unter den Schülern des Dzogchenpa[38] von Do-Kham innehabend, diesen kurzen Kolophon im glorreichen Lhundrup Teng-Tempel. Möge dies als Ursache für vollkommene Tugend und Gutheit am Anfang, in der Mitte und am Ende dienen! Möge es tugendhaft sein! Tugendhaft! Tugendhaft!
| Übersetzt von Han Kop, überarbeitet von Matthias Staber und editiert von Barry Cohen, 2025, für das Longchen Nyingtik Projekt. Mit Dank an Khenpo Sonam Tsewang für seine Erklärungen. Übersetzt ins Deutsche von Theresa Bachhuber, 2026.
Bibliografie
Primärquellen
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klong chen snying thig rtsa pod (5 Bde.), BDRC W1KG13585 (Shechen Publications, 1994).
kun mkhyen ʼjigs med gling pa. klong chen snying thig rtsa pod. 4 Bde. (Shechen Publications, 1980s/90s). BDRC bdr:MW3CN505.
Sekundärquellen
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Goodman, Steven D. "Rig-'dzin 'Jigs-med gling-pa and the Klong-Chen sNyingThig", in Davidson, Ronald M. und Goodman, Steven D. (Hrsg.), Tibetan Buddhism: Reason and Revelation. New York: SUNY Press, 1992. S. 133–207.
Gyatso, Janet. A Literary Transmission of the Traditions of Thang-stong rgyal po: A Study of Visionary Buddhism in Tibet, Unpublished PhD thesis, University of California Berkeley, 1981.
______. Apparitions of the Self: The Secret Autobiographies of a Tibetan Visionary (A Translation and Study of Jigme Lingpa's Dancing Moon in the Water and Dakki's Grand Secret Talk) Princeton, N.J.: Princeton University Press, 1999.
Ronis, Jann. „Derge Queen Tsewang Lhamo," Treasury of Lives, Zugriff 07. Oktober 2021, http://treasuryoflives.org/biographies/view/Tsewang-Lhamo/13187
Tulku Thondup. Masters of Meditation and Miracles: Lives of the Great Buddhist Masters of India and Tibet. Boston, MA.: Shambhala, 1996.
van Schaik, Sam. "A Tibetan Catalogue of the Works of 'Jigs-med gling-pa", Revue d'Etudes Tibétaines, Nr. 29, April 2014, S. 39–63.
______. Approaching the Great Perfection: Simultaneous and Gradual Methods of Dzogchen Practice in the Longchen Nyingtig. Boston, MA: Wisdom Publications, 2004.
______. "Sun and Moon Earrings: The Teachings Received by 'Jigs med gling pa." Tibet Journal, Bd. 25: 4, 2000, S. 3–32.
-
Der „selbst-entstehende Vajra", Rangjung Dorje, spielt hier auf einen der Namen Jigme Lingpas an. ↩
-
Wissen, Liebe und Lichtstrahlen: Khyentse Özer, ist ebenfalls eine Anspielung auf einen der Namen Jigme Lingpas. ↩
-
Das Gebet an Rigdzin Jigme Lingpa zur Anrufung seiner früheren Leben spricht tatsächlich von achtzehn Wiedergeburten. ↩
-
Der siebenspännige Streitwagen steht für die Sonne, da der Sonnengott in der indischen Mythologie den Himmel in einem siebenspännigen Streitwagen durchquert. ↩
-
Dieser Vers spielt auf die Herzessenz der Großen Weite an, das Longchen Nyingtik. ↩
-
Laut Longchenpas Schatzkammer des Höchsten Fahrzeugs handelt es sich hierbei um reine Bereiche, in denen ausschließlich edle Wesen weilen (gtsang ma ris kyi lha lnga). Siehe Monlam Dictionary. ↩
-
Nigrantha, das heißt Anhänger des Jainismus. ↩
-
In Dudjom Rinpoches History wird der Name des Königs als Uparāja angegeben (S. 490). ↩
-
Der vorliegende Text spricht von ldan ti, die Übersetzung folgt Dudjom Rinpoches History, S. 494. ↩
-
Die sechs Erfahrungen der Meditation (sgom nyams drug pa). ↩
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Laut Khenpo Sonam scheint die Wortwahl hier darauf hinzudeuten, dass Śrī Siṃha Schatztexte enthüllt habe. ↩
-
Die vier Methoden des Verweilens (bzhag thabs bzhi pa). ↩
-
Der tibetische Text verwendet hier das tibetische Alphabet, um die Texte zu nummerieren, angefangen mit ka, kha, ga und so weiter. Der Klarheit halber haben wir diese durch indo-arabische Ziffern ersetzt. ↩
-
In den zentralen Shechen-Texten wurde hier Ein Wunschgebet für das letztendliche Zeitalter hinzugefügt, in der Derge-Edition und in Jigme Losal Özers Katalog erscheint dieses jedoch am Ende. ↩
-
In der Shechen-Edition findet man an dieser Stelle die folgenden Texte der späteren Enthüllungen und Schriften aus dem Zyklus der „Versiegelten Quintessenz" von Jamyang Khyentse Wangpo: Der Segensstrom: Ein Gebet an die Linie der versiegelten Quintessenz, Den Wolken des Verdienstes entsprungene Musik: Das abschließende Ritual des Festopfers der Versiegelten Quintessenz und Der spontane Gesang der Ḍākinīs, Erfüllung und Bekenntnis an die Vidyādharas der Linie der leuchtenden Vajra-Essenz. ↩
-
Lhündrub Teng, der Palast in Derge. ↩
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Janet Gyatso merkt an, dass dieser Text eine Definition des Namens Thangtong Gyalpo im Sinne von Mitgefühl für fühlende Wesen beinhaltet sowie eine Beschreibung der Drei Juwelen unter Verwendung des Gleichnisses eines Bootes. Siehe A Literary Transmission of the Traditions of Thang-stong rgyal po: A Study of Visionary Buddhism in Tibet, S. 250. ↩
-
Uns ist nicht ganz klar, wie Jigme Losal Özer hier auf acht Texte kommt, zählt man jedoch die allgemeinen und spezifischen Vorbereitungen und die Widmungsgebete zum Wohle der Lebenden und der Verstorbenen einzeln, erhält man acht Texte. ↩
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Eine Opfergabe zur Begrüßung, in der Regel eine Darbringung von Wasser zum Trinken und zum Waschen der Füße, das jedoch auch andere Dinge umfassen kann, die dargebracht werden, um einen Gast willkommen zu heißen. Hier bezieht es sich auf ein Ritual der Reinigung, bei dem die Repräsentationen in einem Spiegel reflektiert und gereinigt werden. ↩
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Dieser Vers spielt auf den Namen Jigme Lingpas an, der „furchtloser Zufluchtsort" bedeutet. Er verweist auch auf Indra (Devendra), seinen Elefanten Airāvata, seinen Palast und seinen Vajra. ↩
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Dieser Vers spielt auf Jigme Lingpas Beinamen Rangjung Dorje an, „natürlich entstehender Vajra". ↩
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Dieser Vers spielt auf einen weiteren Beinamen Jigme Lingpas an, Gyalwe Nyugu, allwissender „Sprössling der Siegreichen", was auf einen Bodhisattva verweist. ↩
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Jeder dieser acht Verse bezieht sich auf eines der acht glückverheißenden Symbole. ↩
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Die vier Bestrebungen des menschlichen Daseins (Skt. puruṣārtha) sind 1) Dharma (Rechtschaffenheit, moralische Werte), 2) Artha (Wohlstand, ökonomische Werte), 3) Kāma (Vergnügung, Liebe) und 4) Mokṣa (Befreiung). ↩
-
https://treasuryoflives.org/institution/Lhundrubteng. ↩
-
Dieser Vers spielt einerseits mit dem Begriff für die vier Bestrebungen (sde) und dem für Tugend (dge) auf den Namen des Königreichs Derge an, und andererseits mit den Begriffen für Erde (sa), herrschen (dbang) und vortrefflich (bzang) auf dessen König Sawang Zangpo (sa dbang bzang po, 1768–1790). ↩
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Dieser Vers spielt auf den Namen des Prinzen von Derge, Tsewang Dorje Rigdzin (tshe dbang rdo rje rig 'dzin, geb. 1786), an. ↩
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Dieser Vers spielt auf den Namen der Königin von Derge, Tsewang Lhamo (gest. 1812), an, die als Emanation von Ngangtsul Jangchub Gyalmo galt, einer der Gemahlinnen des tibetischen Prinzen Mutik Tsenpo (der zweite Sohn von Tri Songdetsen) und eine der Gefährtinnen Padmasambhavas. Siehe https://treasuryoflives.org/biographies/view/Tsewang-Lhamo/13187. ↩
-
Dies ist wahrscheinlich eine Anspielung auf eine Frau namens Gyur[me] Chowang Dronma, die wir nicht näher identifizieren konnten. Möglicherweise bezieht dieser Vers sich auf die Prinzessin Tamdrin Wangmo (1787 – frühes 19. Jh.) oder auf Namse Peldzom Dronma (rnam sras dpal 'dzom sgron ma), Tamdrin Wangmos Schwägerin (wahrscheinlich die Gemahlin des Prinzen und zukünftigen Königs Tsewang Dorje Rigdzin). ↩
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Hier wird erneut auf den Namen des Königreichs Derge angespielt: vier Bestrebungen (sde) des menschlichen Daseins und der Dharma der zehn Tugenden (dge). ↩
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Dieses Zitat stammt aus dem Pema Kathang, den Chroniken von Padma – einer Biografie von Guru Rinpoche mit hundertacht Kapiteln, auch Sheldrakma genannt, enthüllt von Orgyen Lingpa in der Kristallhöhle. ↩
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Den Satz thugs dam bzhengs pa zu deuten ist nicht ganz einfach, jedoch geht aus dem vorherigen Zitat klar hervor, dass die Königin den Tempel errichten ließ, so dass sie möglicherweise ein entsprechendes Gelübde oder Samaya abgelegt hatte. Eine weitere mögliche Interpretation ist, dass der Tempel ihrer Yidam-Gottheit gewidmet war oder dass sich der Satz auf die Statue bezieht, die als Stütze für die Praxis dient. ↩
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Mit den drei begünstigten Gefährtinnen sind hier die Königin Ngangtsul, Yeshe Tsogyal und Tashi Kyidren (bkra shis khyi 'dren) gemeint. Tashi Kyidren war zusammen mit Yeshe Tsogyal eine der fünf Hauptgefährtinnen Guru Rinpoches. Siehe Khyentse Wangpo, A Beautiful and Wondrous Uḍumbara Garland, A Supplication and Summary of the Epic of Padma, The Life and Liberation of the Precious Guru of Uḍḍiyāna, Kapitel 103. ↩
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Hier wird eine bestimmte tibetische Maßeinheit für Teeblöcke erwähnt, die entweder vier große oder sechzehn kleine Teeblöcke umfasst. ↩
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Krodhana ist das 59. Jahr des 60-Jahr-Zyklus. ↩
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Dundubhi ist das 56. Jahr des 60-Jahr-Zyklus. ↩
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Dzogpachenpa bezieht sich möglicherweise auf den dritten Dzogchen Rinpoche, Ngedön Tendzin Zangpo (1759–1792). ↩
